Dienstag, 28. September 2004

Mysteriöse Geschäfte: Polizei warnt
vor dubiosen "Time-Sharing"-Keilern

  • Billig-Nutzung von Ferienhäusern versprochen
  • Loswerden der Objekte gerät zur Unmöglichkeit

Vor unseriösen "Time-Sharing"-Keilern, die Touristen im Urlaub zum Abschluss von dubiosen Verträgen über Anteile von Ferienanlagen bringen, warnt die Grazer Polizei. Die Betrüger versprechen ihren Opfern eine Billig-Nutzung von Wohnungen oder Häusern während der Ferien auf bestimmte Zeit. Die Objekte dann aber wieder los zu werden, ist so gut wie unmöglich. "Am Besten im Urlaub von solchen Keilern gar nicht ansprechen lassen", so ein Beamter.

Die "Time-Sharing"-Zauberformel ist laut Kriminalisten ganz einfach: Für eine oder mehrere Wochen im Jahr kaufen sich die Urlauber zum Beispiel in Spanien oder Griechenland eine Wohnung in einer Ferienanlage - das kann beispielsweise ein in Konkurs gegangenes Hotel sein. Die Käufer investieren dabei Summen zwischen 10.000 bis zu rund 20.000 Euro.

Um den Ferienort ab und zu wechseln zu können, bieten die Betrüger vermeintliche Agenturen an, die so einen Austausch mit anderen Urlaubern ermöglichen. Eigentum an dem Haus oder der Wohnung haben die Käufer nicht. Grundbucheintragungen gibt es laut Polizei keine. Lediglich ein "Wohnrecht auf Zeit" für die nächsten 20 Jahre oder mehr wird den Benutzern eingeräumt. Von Anfang an trägt der Erwerber des Objektes das Risiko, da er bereits von Anfang an den vollen Preis gezahlt hat.

Loswerden der Objekte gerät zur Unmöglichkeit
"Bekanntermaßen sind "Time-Sharing"-Anteile an Ferienanlagen im Allgemeinen faktisch schwer oder gar nicht zu verkaufen", erklärte ein Kriminalist. Da die Betrüger das wissen, kontaktieren sie die Inhaber und "gaukeln" ihnen vor, einen Interessenten gefunden zu haben. Dabei geben die unbekannten Täter an, ernsthafte Käufer zu guten Konditionen zur Hand zu haben. Einem Verkauf würde also nichts im Wege stehen.

"Die verkaufswilligen Inhaber sind dann meistens mehr als froh, ihr Objekt wieder los zu werden", so die Experten. Für die angeblich bevorstehende Abwicklung des Verkaufes verlangen die Betrüger dann mehrere tausend Euro im Voraus, die bei einem Notar - zumeist im Ausland - hinterlegt werden müssen. Nach der Bezahlung sind die Täter dann verschwunden.

Betroffen seien hauptsächlich Urlauber aus Deutschland, aber auch in Österreich bzw. in der Steiermark hätte es schon einige Gutgläubige erwischt. So ist dies laut Polizei kürzlich Steirern mit einem "Objekt" auf den Kanarischen Inseln passiert. Die Polizei mahnt im Urlaub also zur Vorsicht, damit so etwas nicht geschehen kann. (apa/red)

28.9.2004 11:19