Mittwoch, 29. September 2004

Schlechte Nachricht zum Herbstbeginn: Heizöl erreicht in Österreich Rekordpreise

  • AK rät: Nur für die nächsten Monate einkaufen
  • Bis Weihnachten keine Verbilligung abzusehen

Nach den Ölpreisen haben nun auch - rechzeitig zu Beginn der Heizsaison - die Heizölpreise in Österreich ein Rekordhoch erreicht. Heizöl Extra Leicht kostet mit 0,533 Euro je Liter jetzt um 45 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Arbeiterkammer (AK) und Industrie raten den Konsumenten, bei Bedarf vorerst nur Heizöl für die nächsten Monate einzukaufen. Das sollte man allerdings gleich tun, denn bis Weihnachten dürften die Preise noch weiter steigen, meint Christoph Capek vom Fachverband Mineralölwirtschaft. Die Österreichische Armutskonferenz hat gemeinsam mit der AK und mit dem Pensionistenverband die Länder erneut zur Gewährung eines Heizkostenzuschusses aufgefordert.

In Österreich haben laut Industrie rund 900.000 Haushalte eine Ölheizung. Wer sich für heuer noch nicht mit Heizöl eingedeckt hat, zahlt derzeit so viel wie seit vier Jahren nicht mehr. Zu den hohen Ölpreisen kommen auch noch mit 1.1.2004 gestiegene Energieabgaben. Ein Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch zahlt laut AK-Expertin Gunda Kirchner heuer alleine rund 70 Euro mehr Steuern.

Heizölknappheit zu Beginn der Heizsaison
Wegen der Steuererhöhung hätten sich viele Haushalte Ende des Vorjahres noch stärker eingedeckt als sonst, erläuterte der Geschäftsführer des Institut für wirtschaftliche Ölheizung (IWO), Walter Tauscher. Durch den langen Winter seien die Vorräte aber wieder aufgebraucht worden. Viele Konsumenten hätten das unterschätzt. Im ersten Halbjahr 2004 sei der Heizölabsatz in Österreich um 44 Prozent eingebrochen. Die derzeitige Heizöl-Knappheit zu Beginn der Heizsaison sei die logische Folge, so Tauscher.

Sozialverbände fordern Heizkostenzuschüsse für Arme
Nach der jüngsten Preisrunde schlagen nun die Sozialverbände Alarm. Beim Pensionistenverband haben sich angeblich bereits zahlreiche Pensionisten gemeldet, die fürchten, dass sich "das Heizen im kommenden Winter nicht mehr leisten können". AK-Expertin Kirchner fordert, dass die öffentliche Hand zumindest diese Mehreinnahmen aus der Erhöhung der Energieabgaben heuer über einen Heizkostenzuschuss an sozial Bedürftige zurückzahlt.

Die Entscheidung, ob es einen Heizkostenzuschuss geben wird, liegt in Österreich bei den Landtagen. Der dem Präsident des Pensionistenverbandes Karl Blecha hat am Mittwoch aber "eine bundesweit einheitlich gültige und unbürokratische Form eines Heizkostenzuschusses für Bezieher kleiner Pensionen" verlangt - weil "im Winter ist es in ganz Österreich kalt". Laut Armutskonferenz sollte es einen Heizkostenzuschuss nicht nur für Pensionisten geben, sondern auch für Arbeitssuchende, Notstandshilfebezieher und für Familien mit Einkommen unter der Ausgleichszulage.

Zusätzliche Förderungen lassen sich laut AK-Expertin Kirchner über die Altbausanierung lukrieren, wenn man Wärmedämmung seiner Wohnung oder seines Hauses verbessert. Gleichzeitig, so Kirchner, könne man dadurch auch beträchtliche Heizkosten sparen.

(apa)

29.9.2004 13:39