Freitag, 7. März 2008

Frauen doch nicht so sicher am Steuer: Sicherheitsbonus droht verloren zu gehen

  • ÖAMTC-Studie: Unentschiede bei Delikten im Verkehr
  • Die einzelnen Verkehrssünden im Frauen-Check

Sind Frauen sicherer, gesetzestreuer und rücksichtsvoller mit dem Auto unterwegs als Männer? Die Antwort ist "jein". Das zeigt zumindest eine ÖAMTC-Erhebung. Demnach sind die Unterschiede im Fehlverhalten bei den erhobenen Delikten geringer als angenommen. "Bei Hochrisiko-Delikten liegen die Männer zwar vorn, bei 'durchschnittlich' riskanten Vergehen gibt es hingegen ein Unentschieden", berichtet ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa.

Die Erhebung, durchgeführt in Wien und im Burgenland, betraf diverse Verkehrsdelikte auf Freilandstraßen und im Ortsgebiet. Dabei gab es Einzeluntersuchungen mit Stichproben zwischen 300 und 1.500 Autofahrerinnen und Autofahrern. "Es ging darum, ob beispielsweise Rotlicht-Verstöße eher Männer- oder Frauensache sind oder welches Geschlecht vor einem Schutzweg nicht hält", erläutert Donosa.

Die Ergebnisse im Detail
Tempo-Sünden
Männer waren sowohl im Ortsgebiet als auch auf Freilandstraßen schneller unterwegs als Frauen. Überhöhte Geschwindigkeit ist Männersache, auch wenn die Unterschiede geringer waren als angenommen.

Ampellicht-Verstöße
Mehr Männer fahren bei Rot in die Kreuzung. Bei Gelb konnte zwischen Männern und Frauen kein Unterschied beobachtet werden.

Gurtenmuffel-Ranking
Große Unterschiede gibt es auch beim Anschnallen. Nur knapp mehr als die Hälfte der Männer, aber drei Viertel der Frauen am Volant gurtet sich an, stellte sich in der Erhebung heraus. Auf dem Beifahrersitz sind es immer noch beinahe 70 Prozent der Frauen, aber nur rund 40 Prozent der Männer. Auf der Rückbank ist es um die Gurtmoral generell schlecht bestellt: Die Männer liegen bei 18 Prozent beinahe gleich auf wie die Frauen bei 21 Prozent.

Damen-Delikte
Beim verbotenen Handy-Telefonieren ohne Freisprech-Einrichtung während der Fahrt und bei der Missachtung des Fußgänger-Vorranges auf Zebrastreifen stehen die Lenkerinnen ihren männlichen Autofahrerkollegen um nichts nach.

Männer riskieren mehr
"Die Herren haben ziemlich unrühmlich die Nase vorne, wenn es um die Überschreitung des Tempolimits, um Rotlicht-Verstöße an Kreuzungen oder um das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes geht", fasst Donosa zusammen und zieht als Schlussfolgerung: "Männer riskieren mehr. Je riskanter das Fahrverhalten, desto größer der Anteil der Männer.

Sicherheitsbonus schrumpft
Die Ergebnisse lassen vermuten, dass sich Frauen in punkto riskantem Fehlverhalten im Straßenverkehr den Männern annähern. Dieses Phänomen zeigt sich auch beim Thema Alkohol am Steuer: Obwohl Männer mit zirka 90 Prozent die Hauptbeteiligten bei Alkoholunfällen sind, hat die Zahl der alkoholisierten Frauen am Steuer laut Unfallstatistik in den vergangenen Jahren zugenommen. Von 2001 auf 2003 war eine Zunahme von 10 Prozent bei den Männern und 28 Prozent bei den Frauen zu verzeichnen. (red)

7.3.2008 10:57