Sonntag, 3. Oktober 2004

Wenn der Traum-Urlaub zum Albtraum wird:
Immer mehr Reisen werden beanstandet

  • AK kündigt vermehrt Musterprozesse gegen Branche an
  • Druck auf Reiseveranstalter zu mehr Kundenorientierung

Schleppende Beschwerdeerledigungen, knausrige Ersatzangebote und ungerechtfertigte Ablehnungen von Konsumentenbeschwerden durch Reiseveranstalter und Fluglinien seien nach Ende der Urlaubssaison an der Tagesordnung, kritisierte die Arbeiterkammer am Sonntag. Die Konsumentenschützer haben Reisen zu einem Schwerpunkt ihrer Klagstätigkeit gemacht.

Mehr gerichtliche Auseinandersetzungen sollen die Reisebranche zu verstärkter Kundenorientierung im Beschwerdemanagement anhalten. Die AK Wien beispielsweise hat zwölf Reiserechtsfälle eingeklagt, weitere acht stehen kurz davor. Häufig geht es um mangelhafte Erbringung der Leistung und eine angemessene Preisminderung. Auch immaterieller Schadenersatz wegen vertaner Urlaubszeit sowie Überbuchungen sind Themen. Im Zunehmen seien auch Rechtsstreitigkeiten mit Airlines. Dabei geht es neben Überbuchungen vor allem um Änderungen von Flugzeiten und Absagen.

Reiseveranstalter geben sich meist geschlagen
Drei Reiserechtsprozesse wurden in diesem Jahr beendet. Nur ein Mal gab es ein inhaltliches Urteil. In den anderen beiden Fällen ließen sich die Reiseveranstalter auf keinen Rechtsstreit ein und zahlten nach Klagseinbringung.

Die AK fordert von den Reiseveranstaltern eine sorgsamere Prospektgestaltung, bessere Qualitätskontrollen, rasche Informationsweitergabe bei Leistungsänderungen vor Reiseantritt, gleichwertige Ersatzangebote bei Überbuchung und eine rasche und kulante Beschwerdeerledigung.
(apa)

3.10.2004 14:05