Weiter Unklarheit um 77 Karstadt-Filialen: Schließung soll verhindert werden!
- Zum Sanierungskonzept gebe es aber keine Alternative
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Dritter Chef in vier Jahren muss Ruder herumreißen
Die zum Verkauf stehenden 77 Karstadt- Häuser sollen nach den Worten von KarstadtQuelle-Vorstandchef Christoph Achenbach nicht geschlossen werden, wenn in den nächsten drei Jahren kein Käufer gefunden wird. "Ich habe nie gesagt, dass diese Filialen kein Geld verdienen, und wir werden diese auch nicht schließen, sagte er dem "Focus".
Zu dem Sanierungskonzept gebe es aber keine Alternative. Während die Gewerkschaft ver.di den Sanierungsplan ablehnt, zeigte sich der Betriebsrat kompromissbereit. "Wenn die Firma signalisiert, dass sie bereit ist, möglichst viele Standorte zu erhalten und möglichst auch einer Beschäftigungssicherung zustimmt, dann sind auch die Arbeitnehmer bereit, etwas zu geben", sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Wolfgang Pokriefke.
Ver.di-Vorstandsmitglied Franziska Wiethold sagte dem "Spiegel" dagegen: "Das Karstadt-Sanierungskonzept tragen wir nicht mit, weil es Tausende Arbeitsplätze gefährdet. Wir stellen ein Konzept zur Beschäftigungssicherung dagegen." Am Montag will die Gewerkschaft mit ihren 16 Tarifkommissionen in Kassel die Forderungen an KarstadtQuelle formulieren. Ihre drei Leitlinien seien Beschäftigungssicherung in allen Bereichen des Konzerns, Standortsicherung sowie Erhalt von Tarifvertrag und -bindung in allen Karstadt-Abteilungen.
Achenbach sagte, eine Einigung mit den Gewerkschaften müsse innerhalb von drei bis vier Wochen kommen. Wenn der Sanierungsplan nicht umgesetzt werde, würden Banken und Aktionäre kein Geld mehr zuschießen; "das wäre das Ende". Weiter kritisierte der Vorstandsvorsitzende: "Es ist unerträglich, wie ver.di die Angst der Mitarbeiter als Werkzeug benutzt." Wie viele Stellen wegfallen, ist laut Achenbach noch nicht geklärt. Zahlen von 20.000 bis 30.000 halte er für "Panikmache". (apa)

