Adeg weiter auf Expansionskurs: Noch heuer Eröffnung 16 neuer Märkte
- 20 neue Standorte sind für nächstes jahr geplant
- Adeg wird nicht zu Edeka, neue Farben für Schriftzug
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Die grün-gelbe Traditionsmarke Adeg - Sinnbild für österreichische Qualität und Freundlichkeit, aber auch Sinnbild für ein wenig Verstaubtheit und höhere Preise - wird doch weiter bestehen. Allerdings werden größere Adeg-Aktiv Märkte neben dem bekannten Adeg Logo künftig die Farben der deutschen Mehrheitseigentümer Edeka - nämlich gelb und blau - für den Schriftzug Aktiv Markt dazubekommen.
Eine Image-Analyse habe ergeben, dass eine komplette Umstellung der immerhin rund 880 Adeg-Standorte auf Edeka doch riskant wäre, weil die deutsche Kette in Österreich noch kaum bekannt ist, sagte Hans-Georg Maier, Geschäftsführer von Edeka Südbayern heute, Freitag, in einem Pressegespräch in Wien.
Für die typischen kleineren Adeg-Geschäfte werde sich am Außenauftritt nichts ändern, innen sollen allerdings alle Standorte in den nächsten Jahren runderneuert werden, so Adeg-Vorstand Roland Stübing. Für die notwendigen Investitionen gebe es Zuschüsse von Edeka und Adeg.
Ob der Name Adeg von den neu gestalteten "Aktiv Märkten" früher oder später ganz verschwinden bzw. durch Edeka ersetzt werde, wollte Maier heute nicht sagen. Es sei aber nicht auszuschließen. Ziel sei es, den Namen Edeka behutsam einzuführen und keine ad hoc-Lösung, so der Chef der Edeka Südbayern, die 75 Prozent an der Adeg Österreich AG hält. Der Name Edeka dränge sich für Österreich nicht zuletzt deshalb auf, weil Urlauber aus Deutschland die Marke wiedererkennen würden: Die Grenzen zwischen Bayern und Österreich sind fließend. Laut Image-Analyse steht Edeka in Österreich - soweit überhaupt bekannt - für übersichtliche Märkte, großes Angebot und günstige Preise.
Von den insgesamt 904 Einzelhandelsfilialen der Adeg gehören 735 selbstständigen Kaufleuten und die restlichen 147 der Adeg Österreich AG selbst; dazu kommen noch 22 Magnet-Märkte, die Adeg vor Jahren von der Tengelmann-Gruppe übernommen hat, und die derzeit auf "E-center" umgestellt werden oder schon sind. Dieses Verbrauchermarktkonzept gibt es bereits in Deutschland.
Ständiger Eigentümerwechsel
Die Struktur der Adeg ändert sich derzeit ständig: Vor allem versucht man, stärker zu den genossenschaftlichen Wurzeln zurückzukehren und die im direkten Eigentum der Adeg Österreich AG befindlichen 147 Standorte sukzessive an selbstständige Kaufleute abzugeben. Gleichzeitig geht bei den noch vorhandenen Minigeschäften mit oft kaum 150 m2 der "Abschmelzungsprozess", sprich: das Zusperren, weiter. Im laufenden Jahr 2004 wurden knapp 30 geschlossen, nächstes Jahr sollen es deutlich weniger sein, sagte Adeg-Vorstand Hubert Pfenninger. Rund 100 Mini-Filialen gibt es noch, allerdings seien etliche davon in Super-Frequenzlagen oder nur Saisongeschäfte und blieben daher erhalten.
110-jähriges Jubiläum im Jahr 2005
Tatsächlich soll die Adeg Gruppe heuer erstmals wieder flächen mäßig wachsen. 16 Neueröffnungen stehen im Zeitraum September bis Dezember 2004 auf dem Programm. Der Umsatz liege im Plan, werde sich aber wegen der gleichzeitigen Schließungen und der generellen Situation im Handel nicht dramatisch verbessern, sagte Pfenninger. 2003 sank der Außenumsatz der Gruppe, zu der auch 23 AGM Getränke Abholmärkte gehören, - für die sich übrigens nichts ändert - um 0,3 Prozent auf 1,66 Mrd. Euro. Die Zahl der Mitarbeiter bezifferte Stübing mit 6.566.
Für 2005 - dem 110. Jahr des Bestehens der Adeg - stehen 20 weitere Eröffnungen auf dem Programm.
Änderungen gab es Mitte September auch in der Aktionärsstruktur: Edeka Südbayern, bisher mit 37,5 Prozent beteiligt, übernahm die 37,5 Prozent von der Edeka Chiemsee und hält nun 75 Prozent. Die restlichen 25 Prozent halten die selbstständigen Kaufleute über die Adeg Österreich Genossenschaft.
Die Edeka Gruppe ist mit ihren 4.077 Einzelhändlern, 14 Genossenschaften und 7 Regionalgesellschaften und 31,2 Mrd. Euro Umsatz die Nummer 1 am deutschen Lebensmitteleinzelhandel.
(apa)

