Porzellanmanufaktur Augarten: Für heuer ausgeglichenes Ergebnis angepeilt
- Ein Jahr nach Übernahme durch Grossnigg 1. Erfolge
- 2005 will Unternehmen wieder Gewinne schreiben
In der traditionsreichen Wiener Porzellanmanufaktur Augarten zeigen sich ein Jahr nach der Übernahme durch die Grossnigg- Gruppe erste Sanierungserfolge. Für 2004 rechnet der von Berndorf- Besteck geholte neue Augarten-Geschäftsführer Wolfgang Bandhauer mit einem ausgeglichenen Ergebnis und einem Umsatz von 6 bis 7 Mio. Euro. 2005 soll der Edelporzellanhersteller bereits wieder Gewinne machen.
"Wir haben wichtige Schritte erledigt", sagte Bandhauer bei der Präsentation der ersten Neukreationen von Augarten in Wien. Die Mitarbeiterzahl könne mit 80 stabil gehalten werden. Darüber hinaus wurde in die Produktion und in das Marketing investiert. Der neue Brennofen erlaube mehr Flexibilität, das "Intensiv-Programm für die fünf Augarten-Filialen" - eine wurde geschlossen - soll dafür sorgen, dass die Kunden künftig "höflich, aber nicht von oben herab behandelt werden.
In Summe seien abgesehen vom Kaufpreis von 3,8 Mio. Euro für die Assets der im Vorjahr in Konkurs geschlitterten Traditionsfirma rund 1 Mio. Euro investiert worden. In den nächsten Monaten soll der Vertrieb wieder ausgeweitet werden, allerdings nicht mit eigenen Filialen, sondern mit Franchise-Partnern bzw. Shop-in-Shop-Konzepten bei ausgewählten Fachhändlern oder Innenausstattern.
Außerhalb Österreichs sei die Markenbekanntheit von Augarten nicht so groß, daher soll bei der Auslandsexpansion eher auf Wiener Tradition gesetzt werden. Derzeit werden 20 Prozent des Umsatzes im Export gemacht, zwei Drittel davon über die Japan-Tochter von Augarten.
Die Klage der früheren Betriebsräte ist nach wie vor am Laufen. Es gehe um eine schwierige Rechtsmaterie, weil zu klären sei, ob es sich bei der neuen Augarten-Firma um die Fortführung eines Betriebs oder ein neues Unternehmen handle, sagte Bandhauer.
(apa)

