Donnerstag, 30. September 2004

Finanzminister Grasser erwartet für heuer ein Wachstums-Plus von zwei Prozent

  • Auch Wifo hält IWF-Prognose von 1,6 Prozent für veraltet
  • Institute legen am Freitag ihre Herbstprognose vor

Das Finanzministerium erwartet für Österreich für das Gesamtjahr 2004 ein reales Wirtschaftswachstum von 2 Prozent, das sich 2005 auf 2,5 Prozent beschleunigen und damit deutlich über Durchschnitt der Eurozone liegen wird, wie das Ressort am Donnerstag - einen Tag vor der Herbstprognose von Wifo und IHS - erklärte.

Die am Mittwochabend vom Internationalen Währungsfonds (IWF) veröffentlichte Wachstumsprognose für Österreich, wonach Österreich 2004 mit +1,6 Prozent die viertletzte Wachstumsrate unter allen EU-Ländern zu erwarten hätte, bezeichneten am Donnerstag das Ministerium und auch das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) als überholt, da sie auf veralteten Daten basiere.

Neue Daten lassen auf höheres Wachstum hoffen
Der Währungsfonds-Prognose von 1,6 Prozent realem BIP-Wachstum in Österreich in diesem Jahr seien erst vorläufige Schätzungen für das 1. Quartal 2004 zu Grunde gelegen, betonte Wifo-Experte Ewald Walterskirchen am Donnerstag. Die nun verfügbaren Daten ließen ein etwas höheres Wachstum im 1. Quartal und eine deutliche Wirtschaftsbelebung im 2. Quartal erkennen, verwies der Experte auf die an diesem Dienstag vom Wifo veröffentlichten Daten.

1,9 Prozent mehr BIP als im Vorjahr
Demnach lag das heimische BIP heuer im 2. Quartal real um 0,9 Prozent über dem Vorquartal und um 1,9 Prozent über dem Vorjahr. Für das 1. Quartal hatte das Wifo das Wachstum (von +0,2 Prozent) auf +0,4 Prozent zum Vorquartal angehoben und +0,8 Prozent zum Vorjahr genannt. Diese aktuellen Informationen seien dem Währungsfonds bei der Erstellung der Prognose noch nicht zur Verfügung gestanden, so das Finanzministerium.

Institute legen Zahlen morgen vor - Wifo erhöhte Prognose bereits
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hatte - ebenfalls am Dienstag - erklärt, dass sie für das 3. und 4. Quartal ein beschleunigtes Wirtschaftswachstum von 2,1 bzw. 2,3 Prozent im Jahresabstand erwartet. Gegenüber den Vorquartalen rechnet die OeNB demnach mit jeweils 0,5 Prozent realem BIP-Zuwachs.

Morgen, Freitag, legen das Wifo und das Institut für Höhere Studien (IHS) ihre neuen vierteljährlichen Konjunkturprognosen vor. Zuletzt erhöhte das Wifo Anfang Juli seine Wachstumsprognose für 2004 und 2005 um je 0,2 Prozentpunkte auf heuer 1,7 Prozent und kräftige 2,5 Prozent nächstes Jahr. Das IHS, das schon im April eine optimistischere Prognose vorgelegt hatte, ließ seine BIP-Wachstumserwartungen vor drei Monaten unverändert bei 2,1 Prozent für heuer und 2,5 Prozent für nächstes Jahr. (apa)

30.9.2004 14:40