Quelle Österreich zuversichtlich: Neue Führung sieht Unternehmen auf gutem Weg
- Vorstand: Turbulenzen nur bei Quelle Deutschland
- Veränderter Auftritt aber auch in Österreich möglich
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Quelle Österreich sei "hervorragend dargestellt" und auf gutem Weg, erklärte der neue Dreier-Vorstand anlässlich seiner Vorstellung vor Journalisten am Freitag im Linzer Brucknerhaus. Der 39-jährige gebürtige Niederländer Kees Gabriels wird künftig die Bereiche Marketing, Einkauf, Werbung und Vertrieb wahrnehmen. Von den Turbulenzen im deutschen Mutterkonzern KarstadtQuelle AG sei Österreich nicht betroffen, betonte Gabriels.
Der studierte Betriebswirt Gabriels war zuvor beim holländischen Otto-Versand, dem Erotik-Versandhändler Pabo, bei Neckermann Holland und beim dänischen Damenmode-Versender Bonaparte tätig.
Für die Agenden Finanz- und Rechnungswesen, Controlling, Personal und Datenverarbeitung ist der Deutsche Bernd Kupfer (55) zuständig. Kupfer ist seit sieben Jahren bei der Neckermann Versand AG in Graz als kaufmännischer Leiter für Finanz- und Rechnungswesen sowie für Controlling tätig. Er werde diese Tätigkeit weiter innehaben, erklärte das Vorstandsmitglied. Es könnte somit zu einem Näherrücken der Backoffice-Bereiche von Quelle und Neckermann kommen.
Der 1957 in Riesa in Deutschland geborene Andreas Pötzsch übernimmt die neu geschaffene Vorstandsfunktion Logistik. Dies dokumentiere die Wichtigkeit des Logistik-Standorts Linz, betonte Pötzsch: "Von hier aus wollen wir unsere Position in den mittel- und osteuropäischen Ländern weiter stärken." Der Logistik-Vorstand ist zudem seit 2002 als Versandleiter in Leipzig für den gesamten deutschen Paketversand zuständig.
Die Neubesetzung war nötig geworden, weil der bisherige Vorstand Peter Wahle zum Textil-Vorstand der deutschen Mutter berufen worden war. Der bisherige Finanzvorstand Manfred Seyfferth tritt in den Ruhestand.
Österreich nicht betroffen
Von den Turbulenzen bei der deutschen Mutter, der KarstadtQuelle AG, sei Österreich nicht betroffen, sagte Gabriels. "In Österreich haben wir mit Quelle und Neckermann eine extrem gut aufgestellte Organisation", betonte KarstadtQuelle-Vorstand Arwed Fischer. Die Versandhandelsgruppe peile heuer ein operatives Ergebnis von acht Mio. Euro an. Es gebe daher keinen Grund für radikale Veränderungen wie in Deutschland, erklärte Fischer: "Wir werden doch diesen Erfolgsweg nicht verlassen."
Dennoch werde das heimische Management "Lehren aus dem Mutterhaus" ziehen und eventuell den Auftritt "graduell oder etwas stärker anpassen", so Fischer. Gabrieles ortet "interessante Ansätze": Es werde weiterhin einen Hauptkatalog in Österreich geben. Änderungen beim Aussehen seien jedoch möglich. Weil in ganz Europa der Trend in Richtung Spezialversender gehe, werde man die bestehenden Sortimente durchforsten und weiterhin saisonale Kataloge und Themenschwerpunkte forcieren. Darüber hinaus werde der neue Vorstand das Internet-Geschäft stärken.
Ob zu den 160 österreichischen Quelle-Shops wie geplant 44 weitere hinzukommen, konnte Gabriels nicht bestätigen. Keine Priorität habe beim Marktführer im österreichischen Versandhandel der Verkauf von Autos und Häusern. Man wolle sich vielmehr auf die Kernkompetenzen konzentrieren. Anders als in Deutschland gebe es in Österreich zudem derzeit keine Überlegungen bezüglich eines Personalabbaus. Für Quelle arbeiten in Österreich rund 1.300 Mitarbeiter, für Neckermann 480. Im vergangenen Jahr lag der Versandhandelsumsatz bei rund 257 Mio. Euro.
Keine Auswirkungen bei Quelle Versicherungen
Die Quelle Versicherungen Österreich seien ein eigenständiges Unternehmen und stünden mit der derzeitigen Krise des deutschen KarstadtQuelle-Versandhandelskonzerns in keinem Zusammenhang, betonte die Vorstandsdirektor Hanns-Ulrich Brockhaus in einer Presseaussendung am Freitag: "Die Kundengelder bleiben gesichert."
Die Quelle Versicherungen Österreich würden als eigenständiges Versicherungsunternehmen bezüglich der Anlage der Kundengelder strengen gesetzlichen Vorschriften unterliegen. Das Versicherungsaufsichtsgesetz schreibe bei Anlegung von Kundenvermögen eine möglichst große Sicherheit und Rentabilität bei jederzeitiger Liquidität des Versicherungsunternehmens vor, so Brockhaus. Zudem unterliege man der Kontrolle der österreichischen Finanzmarktaufsicht, der man regelmäßig über die gesamten Vermögensanlagen Bericht erstatten müsse.
Das Unternehmen trägt zwar den Markennamen Quelle, gehört aber seit März 2002 zu 77,5 Prozent zur deutschen ERGO Versicherungsgruppe AG. Diese zählt nach eigenen Angaben in Deutschland 17 Mio. Kunden und europaweit 31 Mio.
Neugestaltung des Kataloges
Für Verwirrung sorgt die Meldung, wonach es den traditionellen Quelle Katalog ab Herbst 2005/06 nicht mehr geben werde. Nun präzisierte Quelle Österreich in einer Pressemitteilung, dass es sich nicht um eine Einstellung des Katalogs, sondern um eine Neugestaltung handle. Statt des kiloschweren Hauptkatalogs soll es in Deutschland künftig mehrere schlanke Kataloge geben. "Wir konzentrieren uns dann auf so genannte Profilierungssortimente und werden gleichzeitig auf kürzere Saisonzyklen umstellen", sagte der neue Vorstandsvorsitzende des deutschen Konzerns, Christoph Achenbach, gestern.
(apa/red)

