Freitag, 1. Oktober 2004

KarstadtQuelle kämpft "ums Überleben": Konzern will 77 Geschäfte verkaufen

  • Quelle-Katalog gehört ab sofort Vergangenheit an
  • Österreich ist von den Maßnahmen nicht betroffen

Der angeschlagene Karstadt-Quelle-Konzern will sich im Zuge seines Sanierungsplanes von 77 kleineren seiner 180 Warenhäuser trennen. Karstadt-Quelle-Chef Christoph Achenbach sagte, die Belegschaft trage die harten Konsolidierungsmaßnahmen mit. Nähere Angaben zu einem Stellenabbau machte er nicht. Die Sanierung wird laut Achenbach insgesamt 1,37 Milliarden Euro kosten.

Karstadt-Quelle wolle sich überdies möglichst schnell von 77 kleineren seiner insgesamt 180 Warenhäuser trennen oder sie zunächst in einer eigenen Gesellschaft fortführen, kündigte Achenbach an. 89 Warenhäuser würden auch in Zukunft zum Kerngeschäft zählen. Die Fachketten wie die Bekleidungshäuser SinnLeffers und Wehmeyer, die Sportgeschäfte Runners Point und Golf House sollen verkauft werden. Das Management will überdies durch Kürzung bei Gehalt und Urlaub einen Restrukturierungsbeitrag leisten.

Neuer Finanzvorstand bei Karstadt-Quelle wird ab 1. Oktober der 44-jährige Harald Pinger. Pinger war bisher Finanz-Geschäftsführer der Messer Griesheim GmbH. Ihm fällt die Aufgabe zu, im Zuge der angekündigten harten Einschnitte das Unternehmen finanziell wieder auf Kurs zu bringen. Karstadt-Quelle hatte das Amt des Finanzvorstands seit rund einem Jahr nicht mehr besetzt.
(apa/red)

1.10.2004 14:02