Montag, 27. September 2004

Wienerberger steigt in GB ein: Übernahme
des britischen Konzern TBB für 132 Mio. €

  • Damit drittgrößter Ziegelhersteller in Großbritannien
  • Auch Produktionsstätte in London für 12,6 Mio. € gekauft

Mit einem rund 150 Mio. Euro schweren Deal hat sich der börsenotierte Wiener Baustoffkonzern Wienerberger groß am britischen Ziegelmarkt eingekauft. Der Konzern übernimmt den Ziegelproduzenten "thebrickbusiness" (TBB) und eine Produktionsstätte in der Nähe von London. Wienerberger steigt dadurch mit einem Schlag zum drittgrößten Ziegelhersteller in Großbritannien auf - nach CRH und Hanson. Der Marktanteil soll dort von derzeit 3 auf 17 Prozent steigen.

"thebrickbusiness" (TBB) betreibt derzeit 9 Fabriken und beschäftigt etwa 680 Mitarbeiter. Wienerberger zahlt dafür rund 90 Mio. britische Pfund, umgerechnet 132,4 Mio. Euro (inklusive übernommener Schulden). Für weitere 8,6 Mio. Pfund (12,59 Mio. Euro) kauft der Konzern außerdem ein vorübergehend stillgelegte Ziegelproduktion in Ockley. Für Umbau- und Optimierungsmaßnahmen sind dort weitere Investitionen in Höhe von 4 Mio. Pfund (5,86 Mio. Euro) veranschlagt, teilte Wienerberger am Montag vor Börsebeginn mit.

TBB-Kapazität bei 340 Millionen britischen Ziegeleinheiten
Wienerberger-Chef Wolfgang Reithofer sprach in einer Pressemitteilung von "einer strategisch bedeutenden Weiterentwicklung". Wienerberger sei nun in allen wichtigen Regionen Großbritanniens präsent und biete ein Produktportfolio aus stranggezogenen und Handform-Ziegel mit einer Gesamtkapazität von 340 Mio. britischen Ziegeleinheiten.

Die übernommene "thebrickbusiness" (TBB) erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2003/2004 mit 680 Mitarbeitern einen Umsatz von 64 Mio. Pfund (93,8 Mio. Euro) und ein um Einmaleffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 16,5 Mio. Pfund (24,2 Mio. EUR).

Der ebenfalls übernommene vorübergehend stillgelegte und auf Grund der Nähe zu London strategisch bedeutenden Standort Ockley verfüge über große Rohstoffreserven.

Wienerberger habe sich bei dieser Akquisition "strikt an die Zielvorgaben des profitablen Wachstumskurses" gehalten, der für Projekte in neuen Märkten einen Cashflow Return on Investment (CFROI) von zumindest 17 Prozent im dritten Jahr nach Durchführung vorsehe, betonte Reithofer. Damit werde der Unternehmenswert von Wienerberger kontinuierlich weiter gesteigert.
(apa)

27.9.2004 08:35