Freitag, 1. Oktober 2004

Krawalle in Budapest: Engländer bei Ausschreitungen niedergestochen

  • Ungarische Polizei setzt Tränengas ein
  • Fan-Zusammenstöße auch bei Spiel in Belgrad

Bei Ausschreitungen rund um das UEFA-Cup-Rückspiel zwischen Ferencvaros Budapest und Millwall ist am Donnerstag in der ungarischen Hauptstadt ein Engländer niedergestochen und ein zweiter schwer verletzt worden. "Keiner der beiden ist in einer lebensbedrohlichen Situation, ihr Zustand ist ernst, aber stabil", teilte ein Botschafts-Sprecher mit. Auch in Belgrad kam es nach dem Spiel zwischen Roter Stern und Zenit St. Petersburg zu Zusammenstößen.

Insgesamt mussten nach Krawallen im Stadtzentrum von Budapest vor Anstoß der Partie, die die Ungarn mit 3:1 für sich entschieden, acht Beteiligte ins Spital eingeliefert werden. Beide Fangruppen, sowohl jene von Ferencvaros als auch jene von Millwall, waren in den vergangen Jahren immer wieder in Ausschreitungen verwickelt gewesen.

Zahlreiche der berüchtigten Millwall-Anhänger waren zudem ohne Eintrittskarten nach Budapest zum ersten Europacup-Auswärtsspiel der Klubgeschichte, für das man sich als englischer FA-Cup-Finalist qualifiziert hatte, gereist. Im Stadion kam es laut Augenzeugenberichten nicht zu Problemen, obwohl die Polizei davor angeblich Tränengas eingesetzt hatte.

Zahlreiche Festnahmen in Belgrad
Unterdessen kam es in Belgrad nach dem Rückspiel gegen Zenit St. Petersburg laut Radioberichten zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und frustrierten Fans von Roter Stern.

Die Exekutive setzte Tränengas ein um die Aufständischen vor der Nordtribüne des Marakana-Stadions zu zerstreuen. Es kam zu unzähligen Verletzungen und Festnahmen. Roter Stern Belgrad war dem russischen Pasching-Bezwinger nach einem 0:4 im Hinspiel auch vor heimischen Publikum mit 1:2 unterlegen. (apa/red)

1.10.2004 10:43