Dienstag, 28. September 2004

"Büffel", Konsel & Co. hoffen auf Wieder-holung des Wunders gegen Sporting

  • Legendäre Aufholjagd am 2. November 1995
  • Ex-Helden drücken im Hanappi-Stadion die Daumen

Der 2. November 1995 ist den Rapid-Fans sicher noch im Gedächtnis. Legendär ist das 4:0 gegen Sporting Lissabon geworden, nachdem es auswärts - so wie auch heuer - eine 0:2-Niederlage gab. "Büffel" Stumpf, Konsel, Kühbauer und Co. werden am Donnerstag live im Hanappi-Stadion die Daumen drücken.

Bis in die Nachspielzeit lag Rapid damals im Happel-Stadion im Hintertreffen, aber in der 92. Minute schlug "Büffel" Christian Stumpf zu und ermöglichte mit seinem Treffer zum 2:0 die nicht mehr erwartete Verlängerung. Für den Goalgetter, der dann auch noch das 3:0 erzielte, nach wie vor ein Erlebnis mit Gänsehautgefühl: "Ich kann mich zurückerinnern, als wäre es gerade erst passiert. Ich habe mir noch oft das Video reingezogen und jedes Mal wieder ist es mir kalt über den Rücken gelaufen."

Der Oberösterreicher, der von der damaligen Truppe noch u.a. Kontakte zu Carsten Jancker, Didi Kühbauer, Michael Konsel, Peter Stöger, Zoran Barisic, Andi Heraf und Peter Schöttel pflegt, blickt zurück auf die schönste Phase seiner Karriere: "Es war das Spiel der Spiele und das i-Tüpfelchen. Ab diesem Zeitpunkt ist es steil bergauf gegangen und der Rest mit Europacupfinale, Meistertitel und Champions League ist längst Geschichte."

Stumpf: "Hoffentlich gelingt es"
Für das Donnerstag-Spiel im ausverkauften Hanappi-Stadion ist Stumpf optimistisch eingestellt: "Es wird nicht leicht, aber ich hoffe auf eine Wiederholung. Das Ergebnis ist dasselbe. Ich würde mich riesig freuen, wenn es Rapid wieder schaffen würde. Hoffentlich gelingt es."

Sein damaliger Angriffs-Partner Jancker, der am Donnerstag neben Trifon Iwanow als einziger 95er-Held im Hanappi-Stadion fehlen wird (sein Coach Kurt Jara bei Kaiserslautern erteilte ihm keine Freigabe), zeichnete für den Endstand zum 4:0 verantwortlich, und der deutsche Sturmtank hat ebenso positive Gedanken an die Sternstunde im Hinterkopf: "Ein geiles Gefühl, keine Frage. Es gibt Momente, die einem immer im Gedächtnis bleiben werden. Der damalige Tag gehört ganz bestimmt bei jedem, der dabei war, dazu. Vielleicht packt es Rapid wieder, ich werde die Daumen halten", so der mit einer Österreicherin verheiratete Stürmer, der nach seiner aktiven Zeit "zu 95 Prozent" in Wien wohnen wird und sich auch einen Karriereausklang bei Rapid vorstellen kann.

"Volles Stadion mehr als ein 12. Mann"
Didi Kühbauer, der ehemalige Mittelfeldantreiber und Torschütze zum 1:0, glaubt ebenfalls an eine mögliche neue Gala des SCR: "Wenn Rapid in Führung geht, dann kann sich Sporting warm anziehen. Ein ausverkauftes Hanappi-Stadion ist mehr als ein zwölfter Mann."

Mit Herbert Feurer ist der heutige Rapid-Tormanntrainer ebenfalls ein Spezialist für Hütteldorfer Glanztaten auf europäischer Bühne: "Funki" war in der Saison 1984/85 im Cup der Cupsieger dabei, als die einstige Super-Elf mit Heribert Weber, Zlatko Kranjcar, Hans Krankl und Co mit einer 0:3-Hinspielniederlage die Heimreise aus Dresden antrat. Was folgte war ein Viertelfinal-Rückspiel wie aus der Märchen-Welt - Rapid nahm Dynamo mit 5:0 auseinander und erreichte später erstmals das Europacup-Finale.

Sporting hat schon ein "Österreich-Trauma"
Sporting kommt zudem nicht unbelastet nach Österreich: Vor dem Schock gegen Rapid erlitten die Portugiesen schon 1993/94 im UEFA-Cup gegen Salzburg das selbe Schicksal. Nach einem 2:0 daheim gab es im Rückspiel eine 0:3-Schlappe nach Verlängerung und der Treffer zum 2:0 (Adi Hütter) fiel ebenfalls in der Nachspielzeit. Sporting-Coach Jose Peseiro meinte schon auf der Pressekonferenz nach dem Hinspiel vor zwei Wochen: "Diese Spiele sind Teil unserer Geschichte."

Auf eine Wiederholung der Geschichte hofft Klub-Präsident Rudolf Edlinger, den mit dem legendären Spiel vor neun Jahren besondere Erinnerungen verbinden. "Ich bin damals auf der Ehrentribüne im Happel-Stadion gesessen und habe kurz vor Schluss lautstark bekannt gegeben, dass ich im Falle eines Aufstiegs am nächsten Tag im Wiener Landtag mit einem Rapid-Schal um den Hals aufs Rednerpult treten werde. Ich hatte den Satz noch nicht fertig gesagt, und das 2:0 ist gefallen", sagte der damalige Finanzstadtrat, der seine Wette am Tag danach einlöste.

(apa/red)

28.9.2004 10:43