Sonntag, 3. Oktober 2004

Dreikampf um Abstieg? Mattersburg verpasste mit 1:1 gegen Sturm Anschluss

  • Erster Auswärtspunkt für Sturm dank Treffer von Haas
  • Remis hilft keinem Team: Kartnig weiter unter Druck!

Die Fußball-Meisterschaft entwickelt sich zu einer Dreiklassen-Gesellschaft. Während Austria und Rapid in der Tabelle klar vor dem Mittelfeld platziert sind, bahnt sich am anderen Ende ein Dreikampf gegen den Abstieg an. Denn durch das 1:1 im Heimspiel am Samstagabend gegen Sturm Graz versäumte es SV Mattersburg, Anschluss ans Mittelfeld zu finden.

"Dieses Unentschieden tut weh, denn wir hätten uns absetzen können. Die erste Hälfte war ganz schlecht", lautete das vernichtende Urteil von Mattersburg-Trainer Muhsin Ertugral, der aber in der Pause noch das richtige Rezept fand, damit es für den Tabellenachten gegen den Vorletzten wenigstens nicht die zweite Saisonheimniederlage nach dem 0:1 gegen Meister GAK (14.8.) setzte. "Als wir Mujiri und Haas manndeckten und Mörz in die Mitte rückte, lief es besser. Ich muss mich aber selbst an der Nase nehmen: Ich habe zu viele Änderungen vorgenommen."

Während die Burgenländer bei drei Siegen und zwei Remis in sechs Spielen wenigstens zu Hause konstant punkten (auswärts setzte es ja bekanntlich 17 Meisterschaftsniederlagen in Serie!), wartet Sturm seit 31. Juli (1:0 im Heimspiel gegen die Admira), also schon seit mehr als zwei Monaten auf einen Bundesliga-Sieg. Trotzdem gingen in Mattersburg zwei Negativserien der Steirer zu Ende: Erstmals holten die Grazer in dieser Saison einen Punkt in der Fremde, und Mario Haas sorgte nach 385 Minuten bzw. sechs Wochen wieder für einen Torjubel des ehemaligen Champions-League-Zwischenrunden-Teilnehmers, der weiter drei Punkte hinter Mattersburg liegt. Auch beim 1:2 in Innsbruck am 21. August hatte der Teamstürmer den Sturm-Treffer besorgt.

Grazer können mit Druck nicht umgehen
"Unser Problem ist der große Druck", analysierte Coach Michael Petrovic und machte auch den Umbau seines Teams für den derzeit ausbleibenden Erfolg verantwortlich: "Wir haben jetzt viele junge Spieler in der Mannschaft. Der Weg ist richtig, aber man muss Geduld haben." Sturm-Verteidiger Franck Verlaat ärgerte sich dagegen über den vergebenen Sieg in Mattersburg: "Unsere starke Verteidigungsleistung hat sich fortgesetzt, aber wir haben zwei Punkte verschenkt, denn wir hatten wirklich gute Konterchancen. Außerdem war das Gegentor von Thomas Wagner abseits."

Auch Mattersburgs "Mittelfeldmotor" Michael Mörz sprach von "verlorenen zwei Punkten": "Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen. Doch leider sind wir schnell in Rückstand geraten und wieder erst in der zweiten Hälfte besser gewesen. Keine Ahnung warum, aber das geht jetzt schon einige Zeit so."
(apa/red)

3.10.2004 12:26