Sonntag, 3. Oktober 2004

Wiener Klubs in der Tabelle ungefährdet an Spitze: Rapid und Austria feiern Siege

  • Austria klar mit 5:0 gegen Admira, Rapid-Bregenz 2:1
  • Wiener damit weiterhin fünf Punkte vor GAK & Pasching

Die Wiener Austria hat die vor einer Woche eroberte Tabellenführung behauptet. Der Vizemeister fertigte in der Südstadt die Admira durch Tore von Blanchard, Rushfeldt, Kiesenebner, Kitzbichler und Janocko (Elfer) mit 5:0 ab und liegt nach dem neunten Sieg in Folge (Meisterschaft und Cup/Torverhältnis 28:1) weiter vor dem Punkte gleichen Stadtrivalen Rapid, der sich im Hanappi-Stadion gegen Schlusslicht Bregenz mit 2:1 durchsetzte.

Mit dem sechsten Meisterschaftssieg en suite setzte die Austria ihren Erfolgsserie fort, wobei Torhüter Didulica nun schon seit 607 Minuten in der Bundesliga ohne Gegentor ist. Zuletzt musste der kroatische Schlussmann am 15. August beim 2:2 gegen FC Wacker Tirol den Ball aus dem Netz fischen, nachdem Grüner per Freistoß (23.) die kurzzeitige 2:1-Führung für die Gäste erzielt hatte. Danach folgten sechs Zu-Null-Erfolge (Torverhältnis 22:0! - inklusive der drei UEFA-Cup-Siege 29:1).

Gleich der erste Torschuss der Austria führte vor 6.700 Zuschauern in der Südstadt zum Erfolg, allerdings nur weil Schiedsrichter Einwaller und sein Assistent Bischof, der mit der tiefstehenden Sonne sichtliche Probleme hatte, eine Abseitsstellung von Vastic-Ersatzmann Dosunmu nicht ahndeten: Blanchard sorgte nach Zuspiel des Nigerianers per Weitschuss aus rund 25 Metern mit seinem ersten Saisontreffer praktisch aus dem Nichts für die Führung der "Veilchen" (13.).

Danach beschränkte sich die Austria hauptsächlich darauf, das Match zu kontrollieren, hatte aber nach einer halben Stunde eine weitere dicke Chance, als ein Afolabi-Kopfball nach einem Vachousek-Corner nur knapp an der Stange vorbeistreifte (31.). Und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte scheiterte Rushfeld nach Doppelpass mit Vachousek mit einem Heberversuch an Torhüter Szamotulski. Die Admiraner machten dagegen dem Gegner das Leben mit zahlreichen Abspielfehlern sehr leicht.

Erst als die Admira unmittelbar nach dem Wechsel mit einem Peraica-Volleyschuss nach Brajkovic-Flanke für Gefahr sorgte (46.), schalteten die Gäste einen Gang höher. Schon kurz danach erzielte Goalgetter Rushfeldt nach Janocko-Flanke, bei der sich Admira-Verteidiger Zingler und Szamotulski uneinig waren, mit seinem bereits zwölften Meisterschaftstor das 2:0 (49.). Als Kiesenebner neun Minuten später nach einem Rushfeldt-Solo und verunglückter Admira-Abwehr auf 3:0 stellte, war die erste Niederlage für Neo-Admira-Coach Dominik Thalhammer endgültig besiegelt.

Nach Austria-Chancen in Hülle und Fülle erhöhte schließlich der eingewechselte Kitzbichler nach einem Janocko-Corner, bei dem Szamotulskis versuchte Faustabwehr verpuffte, auf 4:0 (75.). Den Endstand besorgte im Finish Janocko aus einem Foulelfer (90.), nachdem Kovacevic Michael Wagner im Strafraum gelegt hatte und für diesen Torraub vom schwachen Referee Einwaller unverständlicherweise nur mit "Gelb" bestraft worden war.

Rapid - Bregenz
Im Hanappi-Stadion erzielten Tomas Dosek (22. Minute) und Florian Sturm (73.) vor 8.400 Zuschauern die Treffer zum glanzlosen Rapid-Sieg gegen Schlusslicht Bregenz, das Anschlusstor der Vorarlberger durch Sasa Jakomin (88.) kam zu spät.

Die Grün-Weißen hatten gegenüber dem UEFA-Cup-Ausscheiden gegen Sporting Lissabon rochiert: Im Tor erhielt Helge Payer den Vorzug und da Routinier Ladislav Maier auf der Ersatzbank Platz nahm, blieb für Jürgen Macho nur ein Tribünensitz. Dazu fehlte György Garics (verletzt) und auch Marcin Adamski, Markus Katzer und Sebastian Martinez erhielten eine Pause. Dafür rückten György Korsos, Florian Sturm, Stefan Kulovits und Axel Lawaree neu in die Mannschaft.

Die Anfangsphase gehörte aber überraschend dem Nachzügler. Gunter Verjans (2. Minute) und Olivier Polo Nzuzi (13.) scheiterten jedoch an Rückkehrer Payer. Danach erwachten die Hausherren von ihrer Schläfrigkeit und gingen in der 22. Minute mit ihrer ersten echten Gelegenheit auch in Führung: Steffen Hofmann bediente Korsos und dessen idealen Stanglpass drückte Dosek aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Linie. Ex-Bregenz-Goalgetter-Lawaree (25.) und Dosek (30./Stange) hatten anschließend noch Möglichkeiten auf das 2:0.

Nach der Pause hatten Jakomin (52.) und Nzuzi (72.) bzw. Andreas Ivanschitz (57./abgefälschter Freistoß den Almir Tolja parierte), Roman Kienast (67.), Dosek (68. und 71.) sowie Martinez (72.) die Chancen auf das 1:1 bzw. das 2:0. Für die Entscheidung sorgte ein Ex-Bregenzer: Nach Hofmann-Vorarbeit schlenzte Sturm den Ball elegant zum 2:0 ins lange Eck (73.).

Verjans (78.) und Nzuzi (81./Payer verschätzte sich bei dessen Kopfball an die Stange) ließen zunächst noch Chancen zum Anschlusstreffer ungenützt, auf der Gegenseite scheiterte Dosek knapp (87.). In der 88. Minute gelang Jakomin nach Nzuzi-Flanke doch noch ein kleines Bregenzer Erfolgserlebnis, es blieb aber beim harterkämpften 2:1-Sieg des Rekordmeisters.
(apa)

3.10.2004 19:14