Donnerstag, 30. September 2004

"Konstanz und Spielfreude": Kronsteiners Erfolgsgeheimnisse für die "neue" Austria

  • Vizepräsident Rudas zum aktuellen Austria-Erfolgsrun: "Es ist genau das eingetreten, was alle erwartet haben"

Mit Ausnahme der Gerüchte rund um einen angeblichen "Skandalbericht" von Otto Baric an Frank Stronach atmet die Führungsetage des österreichischen Fußball-Vizemeisters Austria Wien dieser Tage befreit auf - die "Veilchen" befinden sich voll auf Kurs. Die Erfolgsgeheimnisse von Teammanager Günter Kronsteiner lauten "Konstanz und Spielfreude". Vizepräsident Andreas Rudas, gleichzeitig Vertrauter und Magna-Konzernsprecher von Stronach, ist hoch zufrieden: "Es ist genau das eingetreten, was wir alle erwartet haben. Wir erleben jetzt eine sehr gute Austria-Mannschaft, die sich ganz offensichtlich gefunden hat."

Kronsteiner, der seit Ende März 2004 als "starker Mann" bei der Austria das Vertrauen von Stronach genießt, ist der Meinung, dass der derzeitige Erfolg bei der Austria nur "eine Frage der Zeit" gewesen sei. Nun spielen Vastic, Sionko und Co. befreit auf. "Ich sage den Spielern: 'Spielt mit Freude Fußball.' Das ist mir ein Anliegen. Der Druck war bei der Austria zuletzt immer der Hemmschuh. Aber mehr Geld macht einen Profi auch nicht besser."

Der 51-jährige Vater von zwei Töchtern hat nun offenbar den richtigen Draht zu seinen Kreativkalibern gefunden. "Ich habe den Eindruck, dass sie befreit sind, keine Angst haben und sich auch einmal den Doppelpass trauen."

Bei allem Jubel über die derzeitige Formkurve hat Kronsteiner auch die schwierigen Wochen des verpatzten Saisonstarts (1 Sieg, 3 Remis, 1 Niederlage) nicht vergessen. Als Hauptgrund für diesen ortete der Sportdirektor die schmerzhaften Defensivausfälle in der Anfangsphase der Meisterschaft. "Wir hatten die wichtigsten Leute nicht mit an Bord. Unsere Abwehr ist jetzt mit Afolabi und Papac sehr stabil, das sind herausragende Fußballer."

Kronsteiner erinnert sich weiter: "Vor dem 9:0 gegen Bregenz waren wir neun Punkte hinter dem GAK. Abgesehen von persönlichen Konsequenzen hätten wir damals in Vorarlberg bereits die Meisterschaft verlieren können. Jetzt sind wir fünf Punkte vor dem GAK, so schnell geht das im Fußball." (apa/red)

30.9.2004 15:07