TV-Streit geht weiter: Premiere wirft ORF vor Signale "missbräuchlich" zu verwenden
- Pay-TV-Sender schickte ORF "Abmahnungsschreiben"
- Vorenthalt der Bilder war laut Premiere "Notwehr"
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Der Streit um die Fußball-Rechte geht weiter. Nachdem Premiere dem ORF am Sonntag die Kurzberichterstattung verweigert hat, will der ORF rechtliche Schritte einleiten. Premiere-Boss Kofler sieht die Maßnahme aber als "Notwehr", da der ORF die TV-Signale "missbräuchlich" verwende.
Maximal 90 Sekunden pro (Spiel-)Tag darf der ORF von Bundesliga-Spielen zeigen, hat der Bundeskommunikationssenat (BKS) vor bald drei Wochen entschieden. Im Bescheid wurde dabei hervorgestrichen, dass die Berichterstattung "nachrichtenmäßig" zu erfolgen hat. Eine "unterhaltungsmäßige Gestaltung des Kurzberichts" oder die Integration von mehreren Kurzberichten "in eine längere Unterhaltungssendung über Fußball, die z.B. mit Analysen und Interviews gestaltet wird", wurde vom BKS ausgeschlossen.
Dagegen aber verstoße der ORF mit "Sport am Sonntag", argumentiert Premiere. Ein entsprechendes "Abmahnungsschreiben" sei dem ORF zugestellt worden, die Antwort aber unbefriedigend gewesen. "Jetzt ist der ORF am Zug", sagte Kofler. "Wir erwarten, dass er sich zu unserem Schreiben äußert."
ORF-Sportchef Elmar Oberhauser hatte das Vorgehen von Premiere am Sonntagabend als "klaren Gesetzesbruch" bezeichnet und angekündigt, der ORF werde "alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen". Dazu Kofler: "Möglicherweise muss das ausjudiziert werden. Ich bedauere, dass wir uns hier ständig in Rechtsstreitigkeiten verwickeln." Am Samstag habe man die Kurzberichterstattungssignale für den ORF sehr wohl freigeschaltet, betonte er noch. Denn an der nachrichtenmäßigen Verwendung der Bilder im Rahmen des aktuellen Sports nach der "Zeit im Bild 1" sei nichts auszusetzen.
(apa/red)
