Kerry demonstriert Siegeswillen: Bush laut Experten von Herausforderer dominiert
- US-Präsident "seltsamerweise" in der Defensive
- Erfolreiche Kerry-Strategie: Debatte zu "bin Laden"
·Bush verwechselt Osama und Saddam!
Peinliche Vorstellung des Präsidenten bei TV-Duell
·TV-Duell: Patzer von
Bush, Sieg für Kerry
Turbulente Diskussion zu Terroristen & Atomwaffen
·Duell Bush - Kerry geht in die Endphase
NEWS-Check: Direkter Vergleich der Kontrahenten
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·Kann Kerry gegen Bush gewinnen?
Stimmen Sie mit bei der Networld-Online-Umfrage!
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Gegen Homo-Ehen, für Kampf gegen den Terror
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Standpunkte und politische
Ziele von Demokrat Kerry
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BILDER: Abschluss des Parteitags & Proteste!
·Wahl-Diskussion:
Kerry gegen Bush
MITREDEN: Was sagen Sie zu den US-Wahlen?
Die erste TV-Debatte im US-Präsidentschaftswahlkampf hat das Rennen wieder spannend gemacht. In den Reaktionen kurz nach der Konfrontation zwischen Präsident George W. Bush und Senator John F. Kerry waren sich die meisten Kommentatoren in den USA Donnerstag Abend einig: Kerry hat den besseren Auftritt geliefert und sich vor Millionen Fernsehzuschauern als "präsidiabel" präsentiert. Sogar im als Bush-freundlich geltenden US-Sender "Fox" wurde herumgerätselt, warum Kerry einfach besser wirkte - und es wurde prompt seiner Größe zugeschrieben, daher habe er den Bildschirm wohl optisch besser ausgefüllt.
Mark Whitaker vom Magazin "Newsweek" bilanzierte, dass Kerry "überraschend" die Debatte gewonnen und der Präsident sich "seltsamerweise" in der Defensive befunden habe. Auch der ehemalige Berater von demokratischen und republikanischen Präsidenten, David Gergen, sah einen Kerry-Sieg. Bush habe manchmal sogar den Eindruck vermittelt als ob er lieber woanders gewesen sei, Kerry hingegen habe sich als potenzieller Präsident gut dargestellt. Und die Online kommentierende "New York Times"-Korrespondentin Katharine Seelye urteilte gleich: "Bush war mehrere Male in der Defensive. Bei den Seitenblicken der Kamera wurde klar, dass ihn Kerry unter die Haut getroffen hatte. Kerry wirkte cool und gesammelt, er hat seinen Test bestanden und bewiesen, dass er mit dem Oberkommandierenden am selben Rang steht".
Eines der erfolgreichsten Argumente Kerrys war es, die Aufmerksamkeit wieder auf die Terrororganisation El Kaida und den flüchtigen Osama bin Laden zu richten. Bush habe im Afghanistan-Krieg die Gefangennahme des Terrorchefs versäumt, und die vormals mit den USA verfeindeten lokalen Kriegsherren mit der Aufgabe beauftragt. Das "Outsourcing" der Verfolgung von Bin Laden in den Bergen von Tora Bora sei ein Fehler gewesen, wetterte Kerry. Das lange verdrängte Thema Osama bin Laden war dadurch plötzlich wieder auf dem Tisch - und Bush musste öffentlich eingestehen dass es El Kaida war, die die USA angegriffen hatte. Laut einer Umfrage glauben zwei von fünf Amerikanern immer noch, dass der Irak in den Angriff vom 11. September 2001 verwickelt war.
Auch in der Frage Irak-Krieg legte Kerry geschickt den Finger in die Wunden: Die hohen Kriegskosten, die mehr als 1.000 amerikanische Tote, die Verschlechterung der Sicherheitslage und die weitgehende internationale US-Isolation seien Bushs Ungeduld mit den Vereinten Nationen und seiner "schlechten Einschätzung" zuzuschreiben. Dabei berief sich der Vietnam-Veteran nicht auf liberale Kriegsgegner sondern auf hohe amerikanische Militärs, die die Bush-Strategie im Irak kritisierten.
Sogar manche Republikaner hätten sich gewünscht, dass Präsident Bush seine Irak-Politik besser erkläre, berichtete ein CNN-Korrespondent aus dem republikanischen Team. Kerry hingegen wirkte perfekt vorbereitet, kompetent und umfassend informiert. Er warf Bush Versäumnisse in allen wichtigen außenpolitischen Fragen vor - und Bush konnte nur mehr defensiv reagieren, nicht agieren. Kerry beeindruckte mit Spezialwissen, etwa zur Frage der gefürchteten Nuklear-Aufrüstung in Nordkorea und im Iran, und gab Bush mehrere Male Konter.
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