Sieg der Sinne: Der Medizin-Nobelpreis 2004 geht an zwei US-Geruchsforscher
- Aufklärung des Geruchssinns ist 1,1 Mio. Euro wert
- PLUS: Das sind die Nobelpreisträger des Vorjahres!
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Als "Wiedergutmachung" für Dynamit-Erfindung
Mit der Bekanntgabe der Medizin-Nobelpreisträger 2004 startete die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm den diesjährigen Nobelpreisträger-Reigen. Den Nobelpreis für Physiologie und Medizin erhalten die beiden US-Forscher Richard Axel und Linda B. Buck. Die beiden Wissenschafter wurden für ihre Entdeckungen auf dem Gebiet der "Geruchsrezeptoren und des Geruchssinnes" geehrt. Sie hätten hier Pionierarbeit geleistet, hieß es in der Begründung.
Die Auszeichnung ist - wie im Vorjahr - mit zehn Millionen schwedischer Kronen (rund 1,1 Mio. Euro) dotiert. Im Vorjahr ging die begehrte Auszeichnung an Paul C. Lauterbur (USA) und Sir Peter Mansfield (Großbritannien) für bahnbrechende Arbeiten bei der Entwicklung der Magnetresonanz als bildgebende Technik in der Medizin.
Richard Axel (geboren am 2. Juli 1946 in New York) vom Howard Hughes Medicical Institute an der Columbia Universität in New York und Linda B. Buck (geboren am 29. Jänner 1947 in Seattle), sie arbeitet am Fred Hutchinson Krebsforschungsinstitut in Seattle in den USA, haben in achtziger und neunziger Jahren Pionierarbeit bei der Erforschung der Funktion und der Organisation des Geruchssinnes geleistet.
Das Nobelpreiskomitee: "Der Geruchssinn war lange Zeit der geheimnisvollste unserer Sinne. Man verstand einfach nicht die grundlegenden Prinzipien für das Erkennen und die Erinnerung an 10.000 verschiedene Gerüche. Die Nobelpreis-Laureaten dieses Jahres haben in einer Reihe von Pionierstudien aufgeklärt, wie unser Geruchssystem funktioniert. Sie entdeckten eine große Familie von Genen, etwa tausend verschiedene (drei Prozent unserer Gene), die für eine gleich große Anzahl von Geruchsrezeptoren kodieren. Diese Rezeptoren kommen auf Zellen vor, die einen kleinen Bereich im oberen Anteil des Nasen-Epitheliums (Schleimhaut, Anm.) ausmachen. Sie erkennen die Geruchsstoffe."
Jede dieser Rezeptorzellen besitzt nur einen Typ von Rezeptor. Jeder Rezeptor kann nur eine begrenzte Zahl an Geruchsstoffen erkennen. Die Zellen senden ihre Signale in bestimmte kleine Regionen im primären Geruchsareal des Gehirns. Von diesen Mikro-Zentren - dies erkannten die Wissenschafter - werden die Informationen in andere Regionen des Gehirns weiter geleitet, wo sie schließlich zu einem Muster zusammen gefügt werden. Dieses Muster ist dann der fertige Geruchseindruck, zum Beispiel der Geruch einer Blute etc. - und diesen Eindruck speichert das Gehirn auch in seinem Gedächtnis.
Das Nobelpreiskomitee: "Richard Axel und Linda Buck publizierten ihre fundamentale Arbeit gemeinsam im Jahr 1991, als sie die sehr große Familie dieser rund 1.000 Gene für die Geruchsrezeptoren beschrieben. Axel und Back haben seither unabhängig von einander gearbeitet und haben in mehreren beeindruckenden, oft parallelen Studien den Geruchssinn aufgeklärt - von der molekularen Ebene bis zur Organisation der beteiligten Zellen." (apa/red)
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