Schutzkonferenz in Bangkok: Handel mit gefährdeten Arten ist Milliardengeschäft!
- Lukrativstes Geschäft nach Drogen und Waffen
- Anträge auf Lockerung für Elfenbein eingebracht
Nach Drogen und Waffen sind die vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten das lukrativste Geschäft im illegalen grenzüberschreitenden Handel. Naturschützer schätzen, dass Schmuggler mit Produkten geschützter Arten Jahresumsätze von mehreren Milliarden Dollar erzielen. Die Nachfrage nach seltenen Pflanzen und Tieren - als Nahrungsmittel, Wirkpräparate oder für den Zoohandel - ist vor allem in Asien hoch, wo die internationale Artenschutzkonferenz jetzt zum ersten Mal tagt.
Mehr als 2.000 Teilnehmer aus 166 Staaten nahmen am Wochenende in Bangkok eine umfangreiche Tagungsordnung in Angriff. Den Regierungsvertretern, Umweltschützern und Handelsbeauftragten liegen rund 50 Anträge vor.
"Die Diskussionen können hart und die Entscheidungen schwierig werden", sagte der Generalsekretär des CITES-Abkommens der Vereinten Nationen, Willem Wijintekers. Das Artenschutzabkommen brauche dringend Taten statt Worte. Die nur alle zwei Jahre stattfindende Konferenz der "Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora" soll am 14. Oktober beendet werden.
Namibia und Südafrika wollen in Bangkok erneut auf eine Lockerung der Handelsbeschränkungen für Elfenbein dringen. Japan will Zwergwale in eine niedrigere Schutzkategorie zurückstufen lassen, um international Walfleisch vermarkten zu können. Demgegenüber liegen auch zahlreiche Anträge für den besseren Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten vor. So fordert Indonesien, den Gelbhaubenkakadu unter Schutz zu stellen. Australien und Madagaskar fordern einen wirksameren Schutz für den Weißen Hai.
Der deutsche Umweltminister Jürgen Trittin rief zu einem gerechten Ausgleich zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Artenschutz auf. Aus deutscher Sicht sei es eine Kernfrage der diesjährigen Konferenz, ob es gelinge, weitere kommerziell genutzte Fischarten zu schützen. Zur Diskussion stehen unter anderem Anträge auf Schutz des Napoleonlippfischs und der Dattelmuschel.
Zum Schutz des Afrikanischen Löwen beantragt Kenia ein kommerzielles Handelsverbot, das die Trophäenjagd einschränken soll. Auch über das Schicksal von Nashörnern, Luchsen, Delfinen, Schildkröten und vieler weiterer Tiere sowie mehrerer Pflanzen wird nach Angaben der Umweltschutzorganisation Pro Wildlife in Bangkok entschieden.
Der gastgebende Ministerpräsident Thaksin Shinawatra räumte zur Eröffnung am Samstag ein, dass gefährdete Tier- und Pflanzenarten in Thailand immer noch eine Beute organisierter Schmuggler seien. Der Regierungschef bot an, dass Thailand die Leitung eines regionalen Netzwerks im Kampf gegen den Schmuggel mit bedrohten Tierarten übernehmen könne. Thailand sei bereit, eine Führungsrolle gegen Verbrechen an der Natur in Südostasien zu übernehmen. (apa)
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