30 Tote bei Bombenexplosion in Pakistan: Terroranschlag auf Moschee in Sialkot
- Detonation ereignete sich während der Freitagsgebete
- Attentäter zündete Sprengstoff inmitten der Gläubigen
Bei einem Bombenanschlag in einer schiitischen Moschee im Osten Pakistans sind während des Freitagsgebets mindestens 30 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Laut Behörden sprengte sich ein Selbstmordattentäter in der Zainabia-Moschee von Sialkot in die Luft, in der sich bis zu 500 Menschen aufhielten. Vor der Moschee wurde ein zweiter Sprengsatz entschärft.
Nach der Explosion wurden die Polizisten von einer wütenden Menschenmenge attackiert und von der Moschee fern gehalten. Die Behörden schickten Soldaten, um die Lage um die Moschee und in den Krankhäusern wieder zu beruhigen. Im überwiegend moslemischen Pakistan kommt es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen der schiitischen Minderheit und der sunnitischen Mehrheit.
Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Er folgte eine Woche auf die Tötung des mutmaßlich wichtigsten Al-Kaida-Funktionärs in Pakistan. Nach dem Tod von Amjad Hassain Farooqi behauptete die Regierung in Islamabad, das Rückgrat des Terrornetzwerk im Land gebrochen zu haben.
In diesem Jahr war die schiitische Minderheit Pakistans bereits drei Mal das Ziel größerer Terroranschläge. Am 3. März waren mindestens 44 Schiiten getötet worden, als Bewaffnete auf eine Trauerprozession in der Stadt Quetta feuerten. Bei zwei Selbstmordanschlägen auf zwei schiitische Moscheen in Karachi starben im Mai mehr als 100 Menschen. Rund 20 Prozent der insgesamt 140 Millionen Pakistaner sind Schiiten.
Schiitische Moslems bilden in Pakistan mit rund 20 Prozent der Bevölkerung eine Minderheit. In der Vergangenheit waren immer wieder sunnitische Moslems für Anschläge auf schiitische Moscheen in der südpakistanischen Hafenstadt Karachi verantwortlich gemacht worden.(apa)
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