Nach Anschlägen mit über 50 Toten im Irak:
Zarqawi-Gruppe bekennt sich neuem Terror
- "Heldenhafte Operation" der "Brigade der Märtyrer"
·Irak: "Sprengfallen" gegen US-Soldaten
Über 50 Tote bei mehreren
Explosionen in Bagdad
·Irak: Mindestens 3 Tote bei Luftangriff
Auch sechs Verletzte durch US-Armee in Falluja
·Italien-Geiseln im Irak freigelassen!
Berlusconi: "Heute ist für uns Tag großer Freude"
·Iranischer Konsul im Irak freigelassen
Yahani befindet sich zur Zeit in Botschaft in Bagdad
Eine islamistische Website hat eine der Zarqawi-Gruppe zugeschriebene Erklärung veröffentlicht, in der sich die Extremisten zu drei Selbstmordanschlägen im Irak vom Donnerstag bekennen. Drei Männer der "Brigade der Märtyrer", dem militärischen Arm der Gruppe "Al-Tawhid wa al-Jihad" des weltweit gesuchten Extremistenführers Abu Musab al-Zarqawi, hätten drei "heldenhafte Operationen" ausgeführt, hieß es in der Erklärung, deren Echtheit zunächst nicht geklärt werden konnte. Genannt wurden ein Anschlag in Abu Ghraib und zwei Attacken gegen einen Konvoi der "Invasionsstreitkräfte". Bei der Anschlagsserie im Irak waren am Donnerstag Dutzende Menschen getötet worden, die meisten davon Kinder.
Anderen Angaben zufolge war in dem Schreiben von fünf Attentätern die Rede, die die Anschläge ausgeführt hätten. Drei Bomben waren in Bagdad explodiert, als ein US-Militär-Konvoi an einer Kläranlage vorbeifuhr, bei der gerade eine Eröffnungsfeier stattfand. Die erste der drei Bomben explodierte, als Kinder neben den Autos herliefen, um von den Soldaten verteilte Süßigkeiten einzusammeln. Zwei weitere detonierten kurz darauf, als Menschen den Verletzten zu Hilfe eilten. Unter den Toten befinden sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums 34 Kinder. 139 Menschen seien verletzt worden.
Wenige Stunden zuvor hatte ein Selbstmordattentäter bei einem Kontrollposten des US-Militärs nahe eines zentralen Verwaltungsgebäudes in Abu Ghraib westlich von Bagdad zwei irakische Polizisten und einen US-Soldaten mit sich in den Tod gerissen. Durch die Explosion wurden 60 Menschen verletzt, darunter viele Frauen und Kinder. In dem Bekennerschreiben hieß es, zwei Mitglieder der "Märtyrer-Brigaden" hätten bei dem Anschlag fünf US-Soldaten und eine Reihe irakischer Polizisten getötet. Eine weitere Autobombe explodierte im Zentrum der Stadt Tal Afar an der Grenze zu Syrien. Krankenhausangaben zufolge wurden vier Zivilisten getötet. 24 Menschen seien verletzt worden.
Paris entsendet Vermittler für Geiseln
Unterdessen wurde ein ranghoher Beamter des Pariser Verteidigungsministeriums nach Amman entsandt, um sich um die Freilassung der beiden französischen Geiseln im Irak zu bemühen. Außenminister Michel Barnier habe seinen Generalsekretär Jean-Pierre Lafon auf Bitten von Premier Jean-Pierre Raffarin nach Jordanien geschickt, teilte das Ministerium am Donnerstagabend mit.
Zuvor hatte sich der Abgeordnete Didier Julia, der auf eigene Initiative in Damaskus weilt, optimistisch geäußert, dass die beiden Journalisten Christian Chesnot und Georges Malbrunot bald freikämen. Mitarbeiter Julias sagten, die Geiseln seien in der Hand irakischer Islamisten. Ihre Freilassung hänge von der Sicherheitslage rund um Falluja ab. Die französischen Behörden äußerten sich zurückhaltend zu Julias Bemühungen.
Der irakische Ministerpräsident Iyad Allawi bekräftigte in London erneut, die Regierung werde an dem Wahltermin im Jänner festhalten und erhielt dabei Rückendeckung von einem hohen schiitischen Geistlichen. Die Wahlen könnten helfen, die Gewalt im Land zu dämpfen, selbst, wenn aufständische Gebiete nicht mitwählen könnten, sagte Mohamed Bahr al-Ulum in einem Reuters-Interview. Sollten die Wahlen verschoben werden, könnte hingegen der Eindruck entstehen, die Übergangsregierung halte an der Macht fest. (apa/red)
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