Freitag, 1. Oktober 2004

Kein Ende der Gewalt im Irak: Dutzende Tote bei Gefechten in Rebellenhochburg

  • Kämpfe von irakischen und US-Truppen mit Rebellen
  • Türkische Geisel konnte durch Einsatz befreit werden

Bei den seit Donnerstag andauernden Kämpfen in der irakischen Stadt Samarra sind nach Angaben der US-Armee 94 Rebellen getötet worden. Irakische und US-Truppen hatten sich in der Nacht auf Freitag Gefechte mit Aufständischen in der Rebellenhochburg rund 125 Kilometer nördlich von Bagdad geliefert, diese wurden auch am Freitag fortgesetzt.

Soldaten der 1. Infanterie-Division waren in der Nacht gemeinsam mit ihren irakischen Verbündeten in das Zentrum Samarras vorgerückt und hatten Regierungsgebäude und Polizeiwachen unter ihre Kontrolle gebracht. Bei dem Militäreinsatz konnten die US-Truppen nach eigenen Angaben eine türkische Geisel befreien. Der Mann namens Yahlin Kaya sei inzwischen zu einem Stützpunkt der multinationalen Streitkräfte gebracht worden, teilte ein Vertreter der US-Armee mit.

Unterdessen ließ die irakische Polizei in Najaf den Bezirk um den heiligen Schrein des Imam Ali räumen, nachdem sie Informationen über einen möglicherweise bevorstehenden Sprengstoffanschlag erhalten hatte. Ein Polizeioffizier erklärte, die Polizei habe erfahren, dass Terroristen drei mit Sprengstoff beladene Autos in der Stadt platziert hätten. Die Beamten forderten die schiitischen Pilger, die sich zu Tausenden um den Schrein drängten, deshalb auf, die Innenstadt zu verlassen. Soldaten der multinationalen Truppen führten nach Angaben von Augenzeugen Kontrollen außerhalb der Stadt durch, während Patrouillen von Nationalgarde und Polizei die Innenstadt durchkämmten.

Der arabische Fernsehsender Al Jazeera strahlte am Freitagnachmittag eine Videobotschaft aus, die angeblich von der Nummer zwei des El-Kaida-Netzwerks, Aiman al-Zawahiri, stammt. In der Aufnahme wird zum "Widerstand im Irak, in Afghanistan, in Palästina und Tschetschenien" aufgerufen.
(apa/red)

1.10.2004 15:35