Donnerstag, 30. September 2004

Terrordrohung in der Luft: Passagier-flugzeug nach Amsterdam umgeleitet

  • Britische Maschine von Kampfflugzeugen eskortiert
  • London: Konkrete Drohung bezüglich des Flugzeugs

Offenbar wegen Terrordrohungen bei deutschen Fernsehsendern hat eine Maschine der Fluggesellschaft British Airways einen ungeplanten Zwischenstopp auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol eingelegt. Flug BA983 war auf dem Weg von Berlin nach London Heathrow, als die Notlandung aus Sicherheitsgründen erfolgen musste, wie eine Sprecherin der British Airways in London mitteilte. Die Maschine sei von zwei niederländischen F-16 Kampfjets eskortiert worden.

Eine gründliche Durchsuchung des Flugzeugs durch die niederländische Militärpolizei förderte jedoch nach britischen Angaben keine Bombe zu Tage. Die Behörden hätten die Maschine anschließend für den Heimflug freigegeben. BA brachte die Passagiere unterdessen mit einem anderen Flugzeug zum Bestimmungsort London.

Die Sprecherin sagte, es habe eine konkrete Drohung gegen das Flugzeug gegeben, Details könne sie aber nicht nennen. Hintergrund sind offenbar Drohanrufe bei zwei deutschen TV-Sendern.

Die "Netzeitung" berichtete, dass bei dem Privatsender ProSieben eine Terrordrohung eingegangen war. Eine Sprecherin sagte der Online-Zeitung, bei der Senderzentrale in München habe sich ein mit arabischem Akzent sprechender Mann gemeldet. Er habe drei Mal die Flugnummer genannt und gesagt, mit dem Flugzeug werde etwas passieren. "Das hat er drei Mal wiederholt und dann aufgelegt", wurde ProSieben-Sprecherin Katja Pilcher zitiert. Eine ARD-Sprecherin bestätigte zudem auf AP-Anfrage, dass beim Berliner Hauptstadtstudio des Senders ebenfalls ein Drohanruf eingegangen sei. Der Sender habe daraufhin die Polizei informiert.

Das BA-Flugzeug landete um 13.56 Uhr sicher in Amsterdam, sämtliche Passagiere wurden auf dem Flughafengelände einer Sicherheitskontrolle unterzogen, wie Rob Stenakker, ein Sprecher der niederländischen Militärpolizei, mitteilte. Seiner Aussage zufolge ist es bei Notfällen Routine, Kampfjets zur Eskorte von zivilen Flugzeugen aufsteigen zu lassen. Die Militärpolizei untersuche den Vorfall.

Flughafen-Sprecherin Pamela Kuypers erläuterte, die 118 Passagiere und sechs Mitglieder der Crew seien zu einem abgelegenen Flugsteig im Hauptterminal gebracht worden. Das Gepäck sei ausgeladen worden und jeder Passagier habe seine Koffer identifizieren müssen. (apa/red)

30.9.2004 20:16