Anklage in 19 Punkten: US-Soldatin England muss vor ein Militärgericht
- Wegen Verschwörung zur Gefangenenmisshandlung, Körperverletzung und sexueller Misshandlung
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Die wegen Gefangenenmisshandlung im US-Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad angeklagte US-Soldatin Lynndie England muss sich vor einem Militärgericht verantworten. Wie die US- Armee am Montag erklärte, ist die 21-Jährige in 19 Punkten wegen Verschwörung zur Gefangenenmisshandlung, Körperverletzung und sexueller Misshandlung angeklagt.
Die Gefreite war mit der Veröffentlichung von Misshandlungsfotos zur Symbolfigur des Folterskandals geworden. Unter anderem wird ihr vorgeworfen, einen irakischen Gefangenen an einer Leine gehalten und damit erniedrigt zu haben.
Die Verteidiger seien von den Militärbehörden vorab von der Entscheidung informiert worden, sagte einer von Englands Anwälten, Rhidian Orr, der Nachrichtenagentur AFP. Die dreitägige Anhörung der Verteidigung unter Militärrichter Generalleutnant John Vines soll am 1. Dezember beginnen; die Hauptverhandlung gegen England soll zwischen dem 17. und dem 28. Jänner kommenden Jahres stattfinden.
Sollte England in allen Punkten schuldig gesprochen werden, drohen ihr bis zu 38 Jahre Haft, Verlust aller Zahlungen und die unehrenhafte Entlassung aus der Armee. England und ihre Anwälte hatten wiederholt erklärt, sie habe lediglich die Anweisungen ihrer Vorgesetzten befolgt. In einem Interview mit dem Fernsehsender KCNC sagte England, die Wachen in Abu Ghraib hätten lediglich "getan, was man ihnen sagte".
Englands Anwälte sehen sich von zwei kürzlich veröffentlichten Berichten gestützt, wonach die Verantwortung für die Misshandlungen in dem Gefängnis auf höchste Ebenen im US-Verteidigungsministerium zurückging. Dagegen machen ranghohe Mitarbeiter des US-Militärs den Verlust von Disziplin innerhalb der 372. Militärpolizeikompanie in dem Gefängnis für die Misshandlungen verantwortlich. Sieben Kompaniemitglieder sind bereits angeklagt. (apa)
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