Nach Granatenexplosion auf Höhenstraße: Ermittler & Verdächtiger rekonstruierten Tat
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Eine gerichtliche Tatrekonstruktion zur tödlichen Granatenexplosion am 20. September bei der Höhenstraße hat am Freitag in Wien stattgefunden. Untersuchungsrichter, Staatsanwalt, Ermittler und der Verdächtige mit einem Rechtsbeistand des Mannes hatten sich zunächst in seinem Haus in Wolfsgraben bei Wien eingefunden, gegen Mittag war der Parkplatz, an dem sich die Explosion ereignet hatte, Schauplatz der Rekonstruktion. Untersucht wurde unter anderem, ob der Mordverdacht weiter erhärtet werden kann.
Unter Anleitung des U-Richters sollte er die Ereignisse vor der tödlichen Explosion rekonstruieren. Bei seinem Haus Wolfsgraben zeigte der Verdächtige auf Anweisung des Untersuchungsrichters zunächst "ruhig und sachlich", wie er die Waffen in sein Auto verladen hatte, schilderte der Sprecher des Innenministeriums, Oberstleutnant Rudolf Gollia. Zuvor habe er diese in einem Plastikfass im Garten vergraben gelagert.
Lokalaugenschein auf der Höhenstraße
Danach waren U-Richter, Staatsanwalt und Ermittler mit dem Verdächtigen bei dem in der Nähe der Höhenstraße gelegenen Parkplatz am Promenadenweg gewesen, wo dieser die Waffen gemeinsam mit der Frau von seinem in ihr Fahrzeug verladen hatte. Als Grund für diesen Schritt gab er laut Gollia an, dass auf seinem Kfz blaue Überstellkennzeichen montiert gewesen seien, mit denen er am Übergabeort, also jenem Parkplatz über der Waldandachtssiedlung, keinen Verdacht erregen haben wollen.
Letzte Station war der Parkplatz über der Waldandachtssiedlung, wo die Explosion zweier Granaten die 39-Jährige getötet hatten. Das Fahrzeug der Frau und ein Wagen, der jenem des Verdächtigen entspricht, wurden dabei gleich wie am Unglückstag aufgestellt. Hier sollte vor allem darüber Klarheit geschaffen werden, welche Anweisungen der Mann seiner Sekretärin gegeben hatte. Gegen 14.00 Uhr wurde der Verdächtige wieder in das Wiener Landesgericht für Strafsachen eingeliefert.
Auch BVT-Beamte Ziel der Untersuchungen
An Ort und Stelle waren auch drei Beamte des Büros für innere Angelegenheiten (BIA) aus dem Innenministerium. Sie sollten das Vorgehen der involvierten Beamten des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) überprüfen, sagte Gollia. Von BIA und Staatsanwaltschaft werde der im Raum stehende Vorwurf untersucht, dass die Beamten, die bereits am 8. September Kontakt mit dem Verdächtigen hatten, den Mann nicht gleich verhaftet haben. Für die Ermittler habe sich die Frage gestellt, den Mann "auf die Gefahr, die Quelle zuzuschütten" in Haft zu nehmen oder sie "abzuschöpfen", sagte der BMI-Sprecher. "Sie haben sich für die zweite Variante entschieden", fügte er hinzu.
Gegen den Verdächtigen ist eine gerichtliche Voruntersuchung wegen Mordes, Ansammeln von Kampfmitteln und Verstoßes gegen das Kriegsmaterialgesetz anhängig. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft dürfte er seiner Sekretärin aus finanziellen Gründen nach dem Leben getrachtet haben: Diese hatte ihm ihr Haus überschrieben, wobei er den Kaufvertrag noch nicht unterfertigt hatte. Außerdem war er von ihr für den Fall ihres Ablebens als Begünstigter einer auf 300.000 Euro lautenden Lebensversicherung eingesetzt worden. Wie Gollia sagte, wird das Ergebnis der Untersuchung die Entscheidung über eine Verlängerung der Untersuchungshaft beeinflussen: "Die Frage stellt sich, wird die Haft verlängert oder nicht." (apa)
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