Leben im Land der Riesen: Sebastian ist 6 Jahre alt und erst 57 Zentimeter groß!
- Salzburger leidet am so genannten Seckel-Syndrom
- NEWS-Bericht über ein Leben in anderen Dimensionen

57 Zentimeter Körpergröße und 3,74 Kilogramm Gewicht - Sebastian könnte gerade erst auf die Welt gekommen sein. Tatsächlich ist er aber schon 6 Jahre alt. Der kleine Salzburger leidet am so genannten Seckel-Syndrom. Sollte Sebastian ab jetzt um durchschnittlich drei Zentimeter pro Jahr wachsen, dann kann er es noch auf eine Gesamtkörpergröße von 90 Zentimetern schaffen. Doch derzeit schaut es nicht danach aus. Denn in den letzten zehn Monaten ist der Bub nicht einmal um einen Millimeter gewachsen. Ein NEWS-Bericht über ein Leben in einer anderen Dimension!
Die Erklärung dafür stand schon kurz nach seiner Geburt fest: Sebastian leidet am so genannten Seckel-Syndrom, einer weltweit nur rund 20-mal auftretenden Spezialform von hochgradiger Kleinwüchsigkeit. Er zeigt die typischen Merkmale dieser Erbkrankheit: feingliedriger Körper, große Augen, kleiner Kopf und eine markante Nase. Wie die meisten seiner Leidensgenossen ist er höchst aktiv, lebhaft und kommunikativ. Knochenwachstum sowie geistige und körperliche Entwicklung sind verlangsamt, und das Leben in einer anderen Dimension bereitet unzählige Schwierigkeiten.
Bereits vor zwei Jahren hat NEWS den kleinen "Prinzen" - sein Vater ist Hausmeister im Schloss Hellbrunn - in seinem Reich besucht. Damals kämpfte die Familie gegen Vorurteile und das ewige Tuscheln hinter dem Rücken. Zudem hatte Sebastian eben einen Schlaganfall erlitten, konnte daher nicht gehen. Im Jahr darauf folgte nach unzähligen grippalen Infekten eine Operation zur Entfernung von Nierensteinen.
Alltagsdimensionen
Heute ist von diesen Vorfällen kaum noch etwas zu bemerken. Im Haushalt Kasinger ist Ruhe eingetreten. Der kleine Salzburger besucht den Kindergarten der Lebenshilfe, und nächstes Jahr ist bereits der Besuch in einer Integrationsschule eingeplant. Mutter Margaretha: "Er ist klein, hat aber einen riesigen Sturschädel - wie jedes Kind in seinem Alter. Der Vorteil ist, dass er sich jetzt ausdrücken kann. So wissen wir, was ihm wehtut und was er will."
Ohne Pause flitzt Sebastian durch die elterliche Wohnung. Endlich kann er richtig gehen. Und aufgeregt zeigt er immer wieder seine ersten Schuhe. Um stolze 650 Euro hat ein orthopädischer Schuster die nur sechs Zentimeter großen Miniaturtreter angefertigt. Und endlich, so die Mutter, hat der Bub nun auch bei der Kleidung die kleinste Kindergröße erreicht. Mama Margaretha: "Es war bisher fast unmöglich, eine Hose für ihn zu bekommen. Und einem sechsjährigen Kind zieht man doch keinen Babystrampler mehr an."
Leidensgenosse in Köln
Durch diverse Medienauftritte hat Sebastians Familie letztlich auch Simon kennen gelernt. Der gleichaltrige Kölner Leidensgenosse ist 70 Zentimeter groß, und seine Familie steht vor denselben Problemen wie die Kasingers: "Je älter ein Seckel-Kind wird, umso mehr muss man die Umwelt an die Größe adaptieren." Im deutschen Haushalt ist das bereits passiert: Eine Schnur zum Herunterziehen der Türklinke, ein Treppchen vor dem Waschbecken und Miniaturmöbel sollen das Leben erleichtern.
Auch in Salzburg ist man sich der speziellen Aufgabe bewusst. Margaretha Kasinger: "Wir probieren, so ,normal' wie möglich mit ihm umzugehen. Doch er ist so klein - quasi eine Miniatur seiner selbst - und hat das bezauberndste Lächeln der Welt. Es fällt uns schwer, ihn nicht als etwas ganz Spezielles zu betrachten."
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