Dienstag, 5. Oktober 2004

Pikante Saif Gaddafi-Ausstellung in Wien: Schüssel & Gorbach als Schutzpatrone!

  • Sohn des lybischen Diktators zeigt seine Bilder
  • PLUS: Der erste Blick auf die bizarre Werkschau

Ab heute sind die Bilder von Saif Gaddafi, Sohn des lybischen Diktators Muammar, erstmals in Wien zu sehen. Mit seiner Wanderausstellung, die bereits in Paris, London, Berlin, Rom und Genf zu sehen war, macht er nun auch im Palais Auersberg halt. Die Ausstellung mutierte jetzt zum richtigen Staatsakt. Kanzler Schüssel und Vizekanzler Gorbach treten als Schutzpatrone der bizarren Werkschau auf.

Saif El Islam Gaddafi ist nicht nur Schaffer dieser Kunst, sondern auch logischer Nachfolger seines Vaters als Staatschef Lybiens. Und da darf es ja wohl wirklich nicht verwundern, dass die Präsentation seiner Wüstenbilder am 5. Oktober im Palais Auersperg zu einem regelrechten Staatsakt mutiert, mit Wolfgang Schüssel und Hubert Gorbach als Schutzpatronen eben dieser Ausstellung in Wien.

Haiders Freund
Aber natürlich darf ein anderer, der Österreich mit diesen farbenfrohen Bildern zu beglücken sucht - Jörg Haider -, nicht fehlen. Denn schließlich verbindet den Kärntner Landeshauptmann ja eine innige Freundschaft mit Saif Gaddafi, seit dessen Studienzeiten in Wien vor einigen Jahren. Immer wieder besucht der logische Nachfolger von Libyens Staatschef Haider denn auch in seiner politischen Heimat in Kärnten. Als Dank wurde der Ex-FP-Chef auch schon ganze dreimal von Gaddafi senior himself in dessen Hauptquartier in Tripolis empfangen.

Wie sich die Zeiten ändern
Seine ersten beiden Besuche im Jahr 2000 und 2001 erregten in Österreich noch die politischen Gemüter. Denn immerhin galt der libysche Übervater damals in den Augen der freien Welt noch als ein "Pate des Terrors" und stand auf der schwarzen Liste der USA.

Doch das ist längst Geschichte. Seit einigen Monaten - nachdem der libysche Diktator seinen Abrüstungswillen öffentlich bekannt gegeben hatte - darf er langsam wieder in die zivilisierte Weltgemeinschaft zurückkehren. Sein Sohn Saif ist besonders an einem neuen Image für das Land, das er wohl dereinst führen wird, interessiert. Er bemüht sich um "mehr Modernität", "stärkere Frauenrechte" und "bessere Verbindungen" zu Israel, gibt er gerne zu Protokoll.

Gaddafis Botschaft
Derzeit zieht der junge Gaddafi freilich lieber mit seinen Bildern durch die Welt: In Paris, London, Berlin, Rom und Genf war er damit schon. Nach Wien will er seine Werke noch Madrid, Kairo und Tokio näher bringen. Denn der Mann hat eine Botschaft: "Das Wort sahr' bedeutet im Arabischen, nicht nur Wüste, sondern auch Aufruf', eine ununterbrochene Stimme, die sich erhebt und selbst die Weitentfernten erreicht."

Mit dieser Ausstellung wolle er "aus der Wüste ein Sinnbild machen und das Lebendige feiern". Den Papa wird dieses "internationale Ansehen" freuen. Und Österreichs Staatsspitze feiert da gleich mit.

Mehr zur Ausstellung lesen Sie in NEWS 40/04!

5.10.2004 13:59