Rauch-Kallats Reformen stoßen auf Kärtner Ablehnung: "Staatliches Korsett"
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Bei der dritten Kärntner Gesundheitskonferenz in Pörtschach am Wörthersee musste sich der Kabinettchef von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V), Clemens Auer, teils scharfe Kritik an den Reformplänen seiner Chefin anhören. Sowohl Landeshauptmann Jörg Haider (F) als auch der Kärntner Ärztekammer-Präsident Othmar Haas sprachen angesichts der vom Ministerium geplanten Gesundheitsagenturen von "neuen Bürokratien", welche die Ärzte "in ein staatliches Korsett zwingen" würden.
Haas bemängelte in seinem Referat bei der vom FPÖ-Landtagsklub organisierten Veranstaltung, dass "die Ärzte in die Gesundheitsreform nur unzureichend eingebunden sind". Außerdem seien die Pläne Rauch-Kallats nicht gut genug mit den Ländern abgesprochen. Haas: "Einerseits will die Ministerin die Ambulanzen in den Krankenhäusern von den Bettenstationen trennen, andererseits entsteht im neuen LKH Klagenfurt ein riesiges Ambulanzzentrum." Weiters kritisierte der Standesvertreter, dass durch die Gesundheitsreform die "ohnehin mangelhafte Solidarität zwischen finanzstarken und schwachen Krankenkassen weiter geschwächt wird".
Den Reformplänen des Gesundheitsministeriums fehle das Herz, so Haas. "Ökonomen und Bürokraten verdrängen die Medizin, menschliche Aspekte bleiben auf der Strecke". Wenn man schon nach neuen Einnahmequellen suche, sollte man doch das Verrechnungssystem bei den Einzelklasse-Patienten umstellen, regte der Kammerpräsident an. "Wenn man hier statt nach Tagen nach erbrachten Leistungen abrechnen würde, wäre einiges einzusparen".
Auch der Direktor der Kärntner Gebietskrankenkasse, Alfred Wurzer, schloss sich der Kritik an Rauch-Kallat an. Österreichs Gesundheitssystem gehöre zu den acht besten der Welt. "Wir haben daher einiges zu verlieren", so Wurzer. Gerade in Kärnten gebe es viele Menschen, die sich keine zusätzlichen finanziellen Belastungen wie etwa Selbstbehalte leisten könnten, daher sei "eine Reform per Knopfdruck" abzulehnen. Die Politik müsse "einsehen, dass die Kosten trotz einiger Einsparmöglichkeiten weiter wachsen werden, wenn wir der Bevölkerung auch in Zukunft eine gute medizinische Versorgung bieten wollen", meinte der GKK-Direktor.
Rauch-Kallats Kabinettchef verteidigte hingegen die Pläne der Ministerin. Auer: "Es geht uns nicht um Leistungsverschlechterungen für die Patienten, sondern um Effizienz und Kostentransparenz. Wir schauen, wer aus welchen Motiven gegen die Reform ist. In der Regel sind es Leute, die es sich im derzeitigen System bequem eingerichtet haben und immer nur nach noch mehr Geld rufen." Die wichtigsten Ziele der Reform seien "eine gemeinsame Finanzplanung der Sozialversicherungen mit den Ländern, die Anpassung der Versorgungsanbieter an den tatsächlichen Bedarf und bessere Möglichkeiten der nicht-stationären Behandlung von Patienten".
(apa/red)
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