"Ich bin kein Monarchist": Khol verteidigt seine Teilnahme an Seligsprechung Karl I.
- Giftgaseinsätze im Ersten Weltkrieg nicht kommentiert
·Österreichs letzter Kaiser in Zitaten
"Schrecknisse und Opfer des Krieges bannen"
·Habsburg-Sprecher mit Österreich-Kritik
Karl I.: "International positives Interesse"
·Karl I. führte ein heiligmäßiges Leben
Um friedliches Ende des Ersten Weltkriegs bemüht
·Österreich hat rund 90 Heilige und Selige
Von Florian bis Laszlo Batthyany-Strattmann
Nationalratspräsident Khol hat seine Teilnahme an der Seligsprechung des letzten österreichischen Kaisers Karl I. im Vatikan verteidigt. Er bezeuge damit lediglich der katholischen Kirche seinen Respekt, die die Republik Österreich zur Zeremonie am Petersplatz eingeladen habe, sagte Khol in einem Radio-Interview.
Khol wies auch Vorwürfe der Oppositionsparteien zurück, durch die Präsenz hochrangiger österreichischer Politiker bei der Ehrung für den verstorbenen Habsburger werde der Monarchie gehuldigt. "Der Kaiser Karl wird ja nicht nachträglich auf den Thron gehoben", sagte Khol.
"Ich bin kein Monarchist, ich bin kein Legitimist, ich bin ein Republikaner", ließ Khol an seiner Treue zur geltenden österreichischen Verfassung keinen Zweifel. Dies gelte für die gesamte ÖVP. Die umstrittene Seligsprechung des unter anderem für Giftgaseinsätze im Ersten Weltkrieg verantwortlichen Monarchen habe er "gar nicht zu kommentieren", da Kirche und Staat "in allen Instanzen getrennt" seien.
Khol war von Bundespräsident Fischer gebeten worden, die österreichische Delegation bei der Feier anzuführen. Mitglieder dieser Delegation sind auch Gesundheitsministerin Rauch-Kallat und der Tiroler Landeshauptmann Van Staa. Fischer selbst hatte eine Einladung ausgeschlagen, weil er kein Katholik ist.
Der im Jahr 1922 gestorbene Karl wird von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen, nachdem dessen "Heiligmäßigkeit" in einem 55 Jahre dauernden Prozess festgestellt worden war. Der Vatikan erkannte dabei auch ein Wunder an, das sich im Zusammenhang mit einer Anrufung des Habsburgers ereignet haben soll. Karl I. regierte von 1916 bis zum Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie im Jahr 1918. "Er suchte den Frieden, half den Armen, führte mit Entschiedenheit ein geistliches Leben. Der Glaube bestimmte sein Leben von Jugend an, vor allem während des Weltkriegs sowie im Exil auf der Insel Madeira", so der Vatikan. (apa)
Wetter in Österreich08:07
Es trübt sich einWoche nach Pfingsten unbeständig. Sonne, Regen und Gewitter - alles ist möglich.
