Montag, 27. September 2004

Endlich daheim! Grazer "Stein-Dieb" nach
fünf Wochen türkischer Haft in der Heimat

  • Nach 40 Tagen Untersuchungshaft in Wien gelandet
  • Freude auch an der Kunstuniversität in Graz

Ohne Stein im Gepäck ist der Grazer Jazzprofessor Harald Neuwirth, der im August wegen des Verdachts auf Antiquitätenschmuggels - es ging um einen angeblich antiken Stein - in der Türkei festgenommen worden war, wieder nach Österreich zurückgekehrt. Er war am Flughafen Antalya inhaftiert worden und kam nach 40-tägiger Untersuchungshaft wieder frei. Der Prozess vor dem Strafgericht in Antalya wird in seiner Abwesenheit fortgesetzt, bestätigte der Grazer Anwalt, Guido Lindnder.

"Der Prozess in Antalya findet voraussichtlich am 2. November statt", so Guido Lindner der sich erleichtert zeigte, dass sein Mandant nun wieder in Österreich ist. Der 65-Jährige wurde von seiner Familie am Flughafen Schwechat abgeholt. Seine Arbeit werde er - pünktlich zu Semesterbeginn - nächste Woche wieder antreten können, so der Anwalt.

Grazer Rektor: "Persönlich froh für Professor Neuwirth"
Freude herrscht auch an der Kunstuniversität Graz über die Heimkehr des Professors und Leiters des Instistituts. Rektor Otto Kolleritsch, der gleich nach Bekanntwerden der Verhaftung in der Türkei ein Schreiben verfasst hat, das den türkischen Behörden die Integrität Neuwirths und sein Unabkömmlichkeit an der Hochschule bestätigen sollte, zeigte sich "persönlich froh für Professor Neuwirth und seine Angehörigen", dass der Grazer nach der langen Zeit der Untersuchungshaft "endlich und vor allem heil angekommen" ist. Neuwirths Rückkehr wurde nicht zuletzt wegen der anstehenden Zulassungsprüfungen für die neuen Studierenden sehnlich erwartet.

Ein bei einem Ausflug vom zehnjährigen Sohn gefundener "interessanter Stein" ist dem Grazer Professor bei der Ausreise aus der Türkei zum Verhängnis geworden. Nach türkischem Gesetz ist die Ausfuhr von antiken Steinen oder Fossilien strengstens verboten. Beim Check bei der Ausreise am Flughafen in Antalya setzte es die die böse Überraschung: Der Professor wurde festgenommen, seine Frau hingegen durfte mit den Kindern heimreisen. (apa/red)

27.9.2004 11:14