Freitag, 15. Oktober 2004

Kaiser Karl I. von Papst selig gesprochen: Große Dankesmesse in Rom abgehalten!

  • Wallfahrtskirche auf Madeira bleibt letzte Ruhestätte
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Hunderte von Pilgern, Mitglieder der Familie Habsburg und der Kaiser-Karl-Gebetsliga für den Völkerfrieden haben in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore an einer großen Dankesmesse am Tag nach der Seligsprechung des letzten österreichischen Kaisers Karl I. teilgenommen. Die Messe wurde vom Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari zelebriert. Danach folgte eine Generalaudienz bei Papst Johannes Paul II. im Vatikan.

Die Fürbitten wurden in mehreren Sprachen verlesen. Enkel des selig gesprochenen Kaisers trugen die Texte auf Deutsch, Ungarisch, Italienisch, Französisch und Tschechisch vor. Auf den vordersten Bänken der Basilika saßen Otto Habsburg, seine Frau Regina und drei weitere noch lebende Söhne Karls I.. An der Zeremonie beteiligten sich auch Vertreter der Südtiroler Schützen und des Souveränen Malteser Ritterordens. Rund 2.000 Personen waren bei der Zeremonie anwesend.

Konzelebriert wurde die Messe auch vom Beauftragten der österreichischen Bischofskonferenz für die Seligsprechung des letzten Habsburger-Regenten, Kaplan Franz Xaver Brandmayr, sowie von Paolo Habsburg, derzeit der einzige Priester der früheren Herrscherfamilie. Er gehört der mexikanischen Ordensgemeinschaft "Legionäre Christi" an.

Nach der Dankesmesse wurden die Pilger bei einer Generalaudienz des Papstes in der "Aula Paul VI." im Vatikan empfangen. "Wir hätten uns als Organisatoren nicht träumen lassen, dass so viele Menschen nicht nur an der Seligsprechung, sondern auch an der Dankesmesse und an der Generalaudienz teilnehmen würden", sagte Kaplan Brandmayr im Gespräch mit der APA.

"Die Österreicher waren bei der Audienz sichtbar in der Mehrheit, wie man auch an den vielen Fahnen gesehen hat. Es war eine äußerst festliche Audienz, wo der Papst seinen Segen erteilt und wieder die Bedeutung der Seliggesprochenen hervorgehoben hat", sagte der Kaplan.

Am Sonntag hatte der Heilige Vater bei einer feierlichen Zeremonie, zu der nach unterschiedlichen Angaben zwischen 6.000 und 10.000 Pilger aus Österreich gekommen waren, Kaiser Karl I. selig gesprochen. Als Gedenktag für Karl legte der Vatikan den 21. Oktober fest. An diesem Datum im Jahr 1911 hatte der damalige Erzherzog Zita von Bourbon-Parma geehelicht.

Der Papst hatte den Kaiser am Sonntag für seine sozialen Bestrebungen und die von ihm gesetzten, aber gescheiterten Friedensinitiativen gewürdigt: "In seinen Augen war der Krieg etwas Entsetzliches." Den Politikern in Europa empfahl der Heilige Vater den Monarchen als Vorbild.

Wallfahrtskirche auf Madeira bleibt letzte Ruhestätte Karls I.
Das Oberhaupt der Familie Habsburg, Otto Habsburg, hat sich laut Kathpress gegen eine Überführung der sterblichen Überreste seines Vaters, Kaiser Karls I., nach Wien ausgesprochen. Bei der Seligsprechungsfeier für den letzten österreichischen Kaiser am Sonntag im Vatikan sicherte Habsburg dem Gouverneur der portugiesischen Region Madeira, Alberto Joao Jardim, zu, dass er diesbezüglich den Willen der Bevölkerung von Madeira respektieren werde. Er werde mit Sicherheit "nichts zulassen, was diesen Willen übergeht". (apa)

15.10.2004 12:15