Montag, 20. September 2004

Sex, Skalpell & Busen-OP: Die ORF-Serie "Beauty Queen" spaltet die Gemüter

  • Schonungslose Abrechnung mit dem Schönheitswahn
  • Carsten Spengemann in seiner ganzen nackten Pracht

Schönheit, Nacktheit, Botox und Skalpell: Mit "Beauty Queen" ist das Genre der Fernseh-Arztserie endlich in der TV-Gegenwart angekommen. Schönheitsoperationen bis ins Detail bietet die Koproduktion von RTL und ORF heute um 20.15 Uhr. Wunderschöne Mädchen wünschen sich neue Nasen, reiche Damen sind süchtig nach Botox und mittendrinn der knackige Arzt Mark Seeberg (Carsten Spengemann), der diese und andere Wünsche erfüllt.

Die Schönheitschirurgie ist überall. Kein Privatsender der nicht auf den Beauty-Trend aufgesprungen ist. Jetzt wagt auch der ORF den ersten zaghaften Schritt in die trashige Welt der Doppel-D-Busen und Michael-Jackson-Nasen. In der Serie "Beauty Queen" geht es um optisch perfekte Frauen, die wie Jennifer Aniston aussehen wollen. Blutige Schnitte und schnelle Sportwägen runden das Bild ab.

Mittendrinn der fesche Schönheitschirurg Carsten Spengemann alias Mark Seeberg, der vielen noch als Moderator von "Deutschland sucht den Superstars" bekannt sein dürfte. Als wilder Aufreißer ist sein nacktes Hinterteil nicht nur einmal prominent zu sehen. Gemeinsam mit seinem Bruder Oskar (Jochen Horst "Balko") leiten sie eine Schönheitsklinik am Bodensee.

Dort werden die Lippen mal schnell in der Mittagspause aufgespritzt, auf einer Botox-Champagner-Party die Falten von der Stirn gebügelt oder der Bauch mittels Fettabsaugung gestrafft- der Besuch in der Schönheitsklinik ist inzwischen fast schon so gängig wie ein Zahnarzttermin.

Regisseur Jorgo Papavassiliou hat in der Schönheitsklinik in Lindau ganze Arbeit geleistet. Alles wirkt durchaus echt und zahlreiche Experten sorgen dafür, dass jeder Schnitt auch wirklich sitzt. Auch in der Auflösung setzt Papavassiliou auf hippe Video-Clip-Ästhetik. Von Split-Screen bis Pop-Sound (der Titelsong "Beauty Queen" kommt von Sarah Connor), dem jungen Publikum wird einiges geboten. Man hat durchaus den den Eindruck, diese merkwürdige Hochglanz-Welt des Bruderpaares Mark und Oskar Seeberg könnte es tatsächlich genau so geben. Erschreckend!
(red)

20.9.2004 18:48