Der Waffen-Mord: Tod im Wienerwald
Eine Granate, eine Tote, eine Spur
- Warum musste Petra M. sterben?

Der Thriller: Wie aus einem tödlichen Unfall innerhalb von 24 Stunden ein Mordverdacht wurde: NEWS bringt das Protokoll des explosiven Waffendeals.
Der Hintergrund: Das irre Leben jenes 38-jährigen Mannes, der ein Kriegsdepot räumte und dabei ins Visier der Polizei geriet.
Montag, 9.25 Uhr, ein Morgen, der nicht unbedingt in die Routine der Staatspolizei passt: Fünf Beamte des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorbekämpfung sitzen in einem weißen VW Passat und einem VW-Bus und warten. Schauplatz: der Parkplatz einer Shell-Tankstelle in der Hüttelbergstraße am Stadtrand von Wien. In einem weiteren Auto: NEWS-Reporter Andreas Zeppelzauer und Fotograf Marcus Deák. Der Morgenverkehr rauscht Richtung Stadt, als plötzlich ein Handy schrillt: Helft mir, schnell, eine Granate ist explodiert.
Der erste Fund. Der verzweifelte Mann am anderen Ende der Leitung ist kaum mehr als acht Autominuten entfernt. Auf einem Parkplatz der Höhenstraße, oberhalb der Siedlung Waldfrieden. Und er ist jener geheimnisvolle Informant, der NEWS und die Staatspolizei schon in der Vorwoche zu einem Waffenlager in Purkersdorf bei Wien gelotst hatte: Werner N., 38 Jahre alt, offiziell Chef eines Vereins zur Schuldnerberatung.
Arsenal übergeben. Sein Hinweis hatte sich als richtig erwiesen: In einem Erdloch neben einer Autobahnbrücke fand sich dürftig mit Reisig bedeckt ein opulentes Arsenal an Kriegswaffen. Herzstück der abgelegten Militaria: 22 funktionstüchtige AK-47-Kalaschnikows, 35 Handgranaten, eine Panzerfaust und Sprengstoff. Mit diesen Waffen, staunten damals die Terrorbekämpfer, könnte man eine halbe Kompanie ausstatten.
Neue Lieferung. Für diesen später verhängnisvollen Montag hatte der Informant per E-Mail um 7.00 Uhr früh folgende Inventarliste an NEWS-Reporter Zeppelzauer abgesetzt: Mehrere Handgranaten, eine Kalaschnikow, eine Scorpion-MP, vier Pistolen und ein Gewehr.
Wenige Minuten später war den Beamten und dem NEWS-Team klar: Aus der geordneten Übergabe war ein Blutbad geworden. Die Szenerie: Am hintersten Ende des Parkplatzes stand ein weißer Toyota Corolla, die Heckklappe geöffnet, dasFenster im Fond zersplittert. Kennzeichen: WU 586 BR. Das Blech von Hunderten kleinen Granatsplittern perforiert. Dahinter der anscheinend leblose Körper einer Frau, vielleicht Mitte dreißig, bäuchlings am Erdboden liegend, das Gesicht nach unten gewandt. Überall Blut und zerfetzte schwarze Müllsäcke, Handgranaten. Im Kofferraum des Toyotas sind weitere Waffen zu sehen, der Innenraum des Wagens ist komplett zerstört. Die Frau ist tot, ruft plötzlich irgendwer, hier muss sofort alles abgesperrt werden, rührt nichts an, es könnte eine weitere Granate hochgehen
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