Sonntag, 26. September 2004

Metaller gaben ihre Lohnforderungen ab: Erhöhung der Ist- und KV-Löhne angestrebt

  • Arbeitgeber wollen flexiblere Arbeitszeiten durchsetzen
  • Ausschlaggebend für folgende Kollektivvertrags-Runden

Am Montag Nachmittag haben Metaller-Chef Rudolf Nürnberger und Angestellten-Verhandler Karl Proyer ihr Forderungspaket an Unternehmer-Vertreter Hermann Haslauer übergeben. Erwartungsgemäß werden darin noch keine Prozentsätze formuliert. Die Gewerkschaft fordert lediglich eine Erhöhung der Mindestlöhne beziehungsweise der Mindestgehälter und eine Anhebung der Ist-Löhne beziehungsweise Ist-Gehälter.

Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft in ihrem Papier eine Erhöhung der im Kollektivvertrag angeführten Zulagen und Aufwandsentschädigungen im Ausmaß der Erhöhung der Mindestlöhne beziehungsweise -gehälter. Parallel dazu sollen auch die Lehrlingsentschädigungen angehoben werden.

Weiters wünscht sich die Gewerkschaft den "Abschluss der gemeinsamen Gespräche über zeitgemäße Entlohnungsformen" und damit eine Vereinbarung eines neuen für ArbeiterInnen und Abgestellte gültigen Entlohnungssystems.

Rahmenrechtlich soll eine Anpassung des Kollektivvertrages an "Erweiterte Öffnungszeiten" durchgesetzt werden. Weiters fordert die Gewerkschaft die Vereinheitlichung und Ausdehnung der Anrechnung der Elternkarenz. Die Gespräche zur Entwicklung eines kollektivvertraglichen Vorruhestandsmodells sollen weitergeführt werden. Im Rahmen des neuen Gleichbehandlungsgesetzes soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die eine diskriminierungsfreie Gestaltung des Kollektivvertrages sicher stellt.

Als Geltungstermin für den neuen Kollektivvertrag wurde wieder der 1. November festgelegt.

Für eine Lösung mit "Augenmaß" bei den Lohnverhandlungen spricht sich der Magna-Spitzenmanager Siegfried Wolf aus. In der "ZIB 2" des ORF am Montag sagte Wolf, angesichts des positiven Anspringens der Konjunktur in den letzten Monaten sollte es eine "gerechte" Entlohnung geben, wobei die Rahmenbedingungen derart zu gestalten seien, dass der österreichische Standort wettbewerbsfähig bleiben müsse. (apa/red)

26.9.2004 22:16