Sonntag, 26. September 2004

"trend": Kritik an der Austria Wirtschafts GmbH

  • Der Betriebsrat wirft der AWS-Führung die Umgehung von Ausschreiberichtlinien vor

Die Kritik an der zentralen Förderstelle für heimische Unternehmen, der Austria Wirtschafts GmbH (AWS), reißt auch nach der definitiven Bestellung des bisher interimistischen Co-Geschäftsführers der AWS, Horst Bednar, nicht ab. Wie das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, wirft Betriebsratchef Heinz Millonig der Geschäftsführung vor, im Zuge der Fusion der vier Altgesellschaften durch die kurzfristige Anstellung eines Beraters Ausschreibungsrichtlinien verletzt zu haben.

Geschäftsführer Peter Tacacs bestätigt den Vorgang, sieht aber darin nicht Ungewöhnliches: "Das machen andere Unternehmen auch".
Zum anderen widerspricht Millonig den positiven Darstellungen von Takacs zur Beschleunigung der Förderabwicklung nach der Zusammenführung der vier ehemaligen eigenständigen Förderstellen BÜRGES, Innovationsagentur, ERP-Fonds und FGG: "Wenn Förderungen derzeit positiv abgewickelt werden, dann trotz der Fusion, nicht wegen der Fusion". Teile der Wirtschaft können den Optimismus der AWS-Geschäftsführung in Bezug auf die Förderabwicklung ebenfalls nicht nachvollziehen. Peter Lehner, Chef der Interessenvereinigung Junge Wirtschaft: "Wir sind mit den Durchlaufzeiten alles andere als zufrieden". Sein Beispiel: Der "Double-Equitiy-Garantiefonds". Von 100 Millionen Garantievolumen wären in einem Jahr gerade 8,6 Millionen vergeben wurden, 31,6 weitere beantragte Millionen lägen auf Eis, klagt Lehner.

Die Bilanz der AWS hat sich indes deutlich verschlechtert, zeigt der kürzlich veröffentlichte Jahresabschluss. 2003 explodierte das Minus auf über 13 Millionen Euro (nach etwa vier Millionen im Jahr zuvor) - die schlechte Konjunktur habe unerwartet viele geförderte Unternehmen in Schwierigkeiten kommen lassen, erklärt Takacs. Heuer soll die Gesamtbelastung aus schlagend werdenden Garantien und Haftungen noch einmal steigen. Takacs im "trend": "Wenn die Konjunktur nicht wirklich anspringt, haben wir unser Guthaben in zwei Jahren verbraucht. Dies sollte aber Dank der Schadloshaltung des Bundes keine Auswirkungen auf die Förderleistungen gegenüber unseren Kunden haben."

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen "trend"

26.9.2004 09:20