Samstag, 25. September 2004

Budget-Skandal in EU weitet sich aus: Auch Italien soll mehrfach gelogen haben!

  • EU-Diplomat: "Da passt einiges nicht zusammen"
  • Auch Athen meldete falsche Zahlen: Strafen gefordert

Nach Griechenland ist einem Pressebericht zufolge auch Italien in den Verdacht geraten, die Währungshüter der Europäischen Union durch geschönte Haushaltszahlen zu täuschen. Die EU-Kommission befürchtet, dass die Regierung in Rom Verstöße gegen den Euro-Stabilitätspakt verheimlicht.

Das berichtet das Nachrichtenmagazins "Focus" in seiner aktuellen Ausgabe. Italien melde zwar seit 2001 stets ein Haushaltsdefizit knapp unter der Drei-Prozent-Grenze, doch Brüsseler Finanzfachleute zweifelten den Wahrheitsgehalt an. "Da passt einiges nicht zusammen", sagte ein ranghoher EU-Diplomat dem Magazin.

Namhafte deutsche Volkswirte forderten derweil Strafen für Griechenland. "Will sie den Stabilitätspakt korrekt auslegen, muss die EU-Kommisssion ein Defizit-Verfahren gegen Griechenland einleiten und Sanktionen veranlassen", sagte der Volkswirt beim Bundesverband deutscher Banken (BdB), Volker Hofmann, der "Berliner Zeitung" von Samstag. Hofmann rief die Regierungen aller Euro-Staaten auf, in ihrem eigenen Interesse ausgeglichene Haushalte anzustreben. "Wenn sich keine Konsolidierung andeutet, dann wird die Europäische Zentralbank (EZB) vielleicht nicht mehr umhin kommen, die Leitzinsen anzuheben."

(apa/red)

25.9.2004 15:42