Parmalat-Skandal: Firmengründer Tanzi wird am Montag auf freien Fuß gesetzt
- "Milchkönig" stand seit April unter Hausarrest
- Prozess gegen 29 Ex-Manager beginnt am 5. Oktober
Der Firmengründer des insolventen italienischen Nahrungsmittelkonzerns Parmalat, Tanzi, der für den betrügerischen Bankrott seines Unternehmens verantwortlich gemacht wird, wird nach 275 wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Hausarrest für den "Milchkönig" aus Parma, der für den größten Finanzskandal in der italienischen Nachkriegsgeschichte verantwortlich gemacht wird, wird am Montag aufgehoben.
Der Großunternehmer, dessen Konzern unter dem Druck eines "Lochs" von über 14 Mrd. Euro zusammengebrochen ist, war am 27. Dezember 2003 in Mailand festgenommen worden und hatte über drei Monate lang in Untersuchungshaft verbracht. Im April war er unter Hausarrest gestellt worden. Zuletzt war er verpflichtet, die Nacht in seinem Haus in Parma zu verbringen und seine Stadt nicht zu verlassen. Diese Sicherheitsvorkehrung wird am Montag aufgehoben.
Auch für die weiteren Drahtzieher des Parmalat-Skandals, den Ex-Co-Chef von Parmalat Austria, Pessina, die Finanzdirektoren Tonna und Del Soldato und den Rechtsanwalt Zini, wird der Hausarrest am kommenden Donnerstag aufgehoben, teilten die Justizbehörden in Parma mit.
In Parma sieht man inzwischen mit Spannung dem am 5. Oktober beginnenden Verfahren gegen die 29 ehemalige Manager und drei Gesellschaften entgegen, die für die Parmalat-Pleite verantwortlich gemacht werden. Tanzi, Tonna und Del Soldato drängen auf ein Schnellverfahren, das ihnen das Recht auf Strafbegünstigungen einbringen würde. Ihnen drohen jedoch laut italienischen Experten bis zu 15 Jahren Haft wegen betrügerischen Bankrotts, Bilanzfälschung und Geldunterschlagung. Rund 100.000 geprellte Parmalat-Investoren hatten wegen des Finanzskandals Schäden im Millionenhöhe erlitten.
(apa)
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