Nachfolger von Hubbert kommt: Cordes tritt Amt als neuer "Mister Mercedes" an
- Neuer Vorstand sitzt ab dem 1. Oktober im Chefsessel
- Identität soll gewahrt werden - Absatz nicht in Schwung
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Eckhard Cordes hat schon vor seinem offiziellen Amtsantritt als neuer "Mister Mercedes" die Marschrichtung vorgegeben. "Ich halte es mit dem Sprichwort: Wer genau in die Fußstapfen anderer passt, hinterlässt keine eigenen Spuren", sagte der 53-jährige Manager kürzlich in einem Zeitungsinterview. Cordes wird ab 1. Oktober bei DaimlerChrysler im Vorstand für die Mercedes Car Group verantwortlich sein. Zuvor leitete er die Nutzfahrzeugsparte des deutsch-amerikanischen Autobauers. Cordes wird Nachfolger von Jürgen Hubbert.
Die Premiummarke Mercedes-Benz steuert seit Jahren den größten Gewinn zum Konzernergebnis bei. Cordes machte im Vorfeld schon eines deutlich: Er will wie sein Vorgänger Hubbert die Identität der Marke Mercedes-Benz streng wahren. Der langjährige Daimler-Nutzfahrzeugvorstand schloss dabei eine stärkere Kooperation im Motorensektor zwischen Mercedes und der US-Sparte Chrysler nach dem Vorbild der Lkw-Sparte aus. "Das Modell 'einheitliche Motorenfamilie' kann nicht kopiert werden", wurde er zitiert.
Eine Herausforderung für Cordes werden sicherlich auch die Qualitätsmängel bei Mercedes-Benz werden. Probleme mit der Elektronik in den Autos sorgen immer wieder für Negativschlagzeilen. Bei Neuentwicklungen soll künftig auch wieder verstärkt auf bewährte Bauteile zurückgegriffen werden, damit Pannen durch komplizierte technische Spielereien schon im Vorfeld vermieden werden. Und in absehbarer Zeit peilt die Marke mit dem Stern wieder Platz eins in den Zuverlässigkeitsstatistiken an.
Cordes gilt als scharfsinniger Analytiker und bereitet sich gewissenhaft auf jede neue Herausforderung vor. Der Betriebswirt machte extra den Lkw-Führerschein, nachdem er im November 2000 im Vorstand für die wichtige Nutzfahrzeugsparte die Verantwortung erhielt.
Eine besondere Herausforderung für den am 25. November 1950 in Neumünster geborenen Manager, der auch als "Kronprinz" von Konzernchef Jürgen Schrempp gehandelt wird, stellte der amerikanische Nutzfahrzeughersteller Freightliner dar. Dem Tochterunternehmen wurde im Herbst 2001 eine Sanierungskur verordnet, da sich die Nachfrage nach schweren Lkw in den USA zwischen 1999 und 2001 nahezu halbiert hatte. In seiner Strategie für den Nutzfahrzeugbereich hielt Cordes die Profitabilität für wichtiger als den Marktanteil.
Cordes kam 1976 als Trainee zur damaligen Daimler-Benz AG . Er ist ein typisches Eigengewächs des Autobauers und war lange Zeit im Controlling tätig. Bei Daimler-Benz rückte er 1997 in den Vorstand auf. Im Jahr 1998 wurde er dann in den Vorstand von DaimlerChrysler berufen. Damals war er für den Bereich Konzernentwicklung zuständig. Cordes gehörte zu diesem Zeitpunkt endgültig zum engsten Umfeld von Konzernlenker Schrempp und war am Einfädeln der Fusion mit Chrysler beteiligt. Später war er auch mit von der Partie, als der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS geschmiedet wurde, in den DaimlerChrysler seine entsprechenden Geschäfte einbrachte.
Cordes' Vorgänger Hubbert hatte im Sommer kurz vor der Amtsübergabe noch die Weichen für eine Kostensenkung bei Mercedes-Benz gestellt. Bei der Edelmarke sollen 500 Mio. Euro jährlich an Personalkosten eingespart werden. Doch ob das ausreicht, um den Spitzenplatz im harten internationalen Wettbewerb zu halten, wird sich erst noch zeigen. Bisher ist der Absatz der Marke mit dem Stern in diesem Jahr noch nicht richtig in Schwung gekommen. In den ersten acht Monaten des Jahres lag er deutlich unter dem Vorjahresniveau. DaimlerChrysler setzt auf das vierte Quartal. Dann schlägt unter anderem der Verkauf der neuen A-Klasse zu Buche. Für sie gibt es nach früheren Angaben schon über 50.000 Vorbestellungen. (apa)
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