Alitalia-Rettung: Italien Verkehrsminister drängt auf Partnerschaft mit Lufthansa
- Lunardi: "Deutsche sind zuverlässiger als Air France"
- Bisher wurde Allianz mit Air France/KLM angestrebt
Weiter Tauziehen um die Rettung der finanzmaroden Alitalia. Jetzt will Italiens Verkehrsminister Pietro Lunardi unbedingt eine Partnerschaft mit der Lufthansa einfädeln. "Ein Abkommen mit Lufthansa wäre statt einer Partnerschaft mit Air France zu bevorzugen. Die Deutschen sind zuverlässiger", meinte Lunardi im Interview mit der römischen Tageszeitung "Il Tempo" (Mittwoch-Ausgabe).
"Für die Franzosen wären wir stets die letzten. Air France war von Anfang an nicht besonders bereit, uns entgegen zu kommen. Man müsste daher die Möglichkeit einer Allianz mit Lufthansa überprüfen, die ein guter Partner für unsere Gesellschaft wäre", meinte Lunardi. Im Vordergrund stehe nun die Privatisierung und die Sanierung von Alitalia. "Wenn die Sanierung in die Wege geleitet ist, wird Alitalia für andere Gesellschaft interessanter und andere Airline werden ihre Angebote einreichen", meinte der Minister.
Bisher hatte Alitalia eine Allianz mit dem SkyTeam um Air France/KLM angestrebt. Mittlerweile sind die Beziehungen zwischen dem Alitalia-Management und Air France allerdings angespannt. Der Präsident der französischen Airline, Jean-Cyril Spinetta, nahm am Montagabend nicht wie geplant an der Sitzung des Alitalia-Direktoriums teil. Indiskretionen zufolge protestierte Spinetta damit gegen Alitalia-Geschäftsführer Giancarlo Cimoli, der die Beziehungen der angeschlagenen Fluggesellschaft mit Air France noch überprüfen will. Erst im April hatte die EU die Allianz zwischen Alitalia und Air France gebilligt.
Neuerliche Verhandlungen mit der Air France
Die bisherigen Vereinbarungen mit Air France seien zum Nachteil der Italiener, deshalb müsse die Partnerschaft neu verhandelt werden, hatte Cimoli kürzlich betont. "In zwei oder drei Monaten, wenn der Sanierungsplan angelaufen ist, wird entweder eine Lösung gefunden, oder die Allianz wird beendet", so Cimoli, der angeblich eher an einer Allianz mit Lufthansa interessiert ist. Seine Worte hatten Indiskretionen zufolge Spinetta verärgert.
Alitalia ist nach der Swiss bereits die zweite wirtschaftlich angeschlagene Airline, die sich um eine Zusammenarbeit mit der Lufthansa bemüht. Seit dem Schweitern der Gespräche mit der Allianz OneWorld um British Airways wirbt die Swiss für eine Kooperation mit der Star Alliance um die Lufthansa. Ein deklarierter Gegner einer solchen Zusammenarbeit wäre allerdings AUA-Chef Vagn Sörensen. Es gebe zu viele Überlappungen und "keinen Mehrwert", sagte er. Die Austrian Airlines-Gruppe gehört seit Frühjahr 2000 der Star Alliance an.
(apa/red)
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