Montag, 20. September 2004

US-Notenbank Fed erhöht Leitzins: Um 25 Basispunkte auf 1,75 Prozent angehoben

  • Experten halten weiteren Zinsschritt nach US-Präsidentenwahl am 10. November für möglich

Die US-Notenbank (Fed) hat den Leitzins am Dienstag wie an den Finanzmärkten erwartet zum dritten Mal in diesem Jahr um 25 Basispunkte angehoben und weitere moderate Erhöhungen signalisiert. Der als Schlüsselzins geltende Zielsatz für Tagesgeld steige auf 1,75 Prozent, teilte der für die Geldpolitik verantwortliche Offenmarktausschuss (FOMC) der Fed nach seiner letzten Sitzung vor der US-Präsidentenwahl Anfang November mit.

Die Fed bekräftigte, die Geldpolitik auch künftig in einem "maßvollen Tempo" straffen zu wollen. Mit dieser Formulierung signalisieren die Währungshüter seit einigen Monaten, dass die Leitzinsen in moderaten Schritten angehoben werden, um Inflationsgefahren während des Wirtschaftsaufschwungs vorzubeugen. Die Auf- und Abwärtsrisiken für die Preisstabilität und das Wirtschaftswachstum hielten sich in etwa die Waage, erklärte die US-Notenbank.

Weitere Anhebung nach Präsidentschaftswahl?
Experten halten es für möglich, dass der Leitzins bei der nächsten Sitzung am 10. November - kurz nach der Präsidentschaftswahl in den USA - noch einmal um einen Viertelprozentpunkt angehoben wird und die Notenbank danach eine Pause einlegt, um die Gesamtlage zu analysieren.

Mit dem neuerlichen Zinsschritt hat die Fed ihre Politik der kleinen Schritte fortgesetzt. Ende Juni hatte die Fed mit der ersten Erhöhung seit vier Jahren die Zinswende in den USA eingeleitet. Mit der erneuten Anhebung verteuert sich die Kreditaufnahme für Verbraucher und Unternehmen in der weltgrößten Volkswirtschaft. Die zweite Zinserhöhung gab es am 10. August.

Experten rechneten mit neuerlicher Erhöhung
Mit der heutigen neuerlichen Erhöhung war allgemein gerechnet worden. Die Notenbank will das außerordentlich niedrige Zinsniveau der letzten Jahre allmählich wieder anheben, da sie keine Gefahren für die Wirtschaft durch höhere Zinsen mehr sieht.

Der Ausschuss habe die Risiken für ein dauerhaftes Wachstum und Preisstabilität in der nächsten Zeit bewertet und als ungefähr ausgewogen eingestuft, teilte der Ausschuss mit. Angesichts einer zu erwartenden relativ geringen Inflation glaube die Notenbank, dass die Zinspolitik weiterhin in einem Tempo erfolgen könne, "das wahrscheinlich maßvoll ist". Zugleich betonte das Gremium jedoch wie schon nach den beiden letzten Zinserhöhungen, dass die Bank auf Änderungen in der Wirtschaftsentwicklung reagieren werde, wenn dies nötig sei, um die Preisstabilität aufrecht zu erhalten. (apa/red)

20.9.2004 22:09