Montag, 20. September 2004

VA Tech-Hauptversammlung: Kapitaler- höhung im zweiten Anlauf beschlossen!

  • Aktionäre stimmten dem Beschluss mit 95 Prozent zu
  • Bis zu 3,83 Milionen Wertpapiere werden ausgegeben

Bei der börsenotierten VA Tech hat es mit dem Beschluss zur dringend notwendigen Kapitalerhöhung nach dem gescheiterten Versuch Ende April jetzt endlich geklappt. Die Aktionäre des größten österreichischen Technologie-Konzerns haben den Vorstand am Dienstag in einer außerordentlichen Hauptversammlung ermächtigt, das Grundkapital durch Ausgabe von bis zu 3,83 Millionen neuen Aktien um 25 Prozent bzw. 27,8 Mio. Euro Nominale aufzustocken.

Dem Kapitalschritt zugestimmt hat neben der Staatsholding ÖIAG, die knapp 15 Prozent der VA Tech-Anteile hält, diesmal auch die Investoren-Gruppe um den Industriellen Mirko Kovats, seit vergangenem Freitag mit mehr als 15 Prozent wieder größter Aktionär.

95 Prozent Zustimmung
Auf der heutigen Hauptversammlung gab es für die nun auf den Weg gebrachte Kapitalerhöhung eine knapp 95-prozentige Zustimmung der anwesenden Aktionäre. Von insgesamt 7,05 Millionen abgegebenen Stimmen, befürworteten 6,69 Millionen den Kapitalschritt. Damit stimmten 94,98 Prozent mit Ja.

Sollte das genehmigte Kapital in voller Höhe abgerufen werden, könnte sich die VA Tech zu heutigen Börsenkursen an die 185 Mio. Euro vom Kapitalmarkt holen.

Im zweiten Tagesordnungspunkt der VA Tech-HV im Linzer Design Center wurde Ernst & Young als Wirtschaftsprüfer des Unternehmens mit 99,99 Prozent der abgegebenen Stimmen bestätigt. Ernst & Young war in der ordentlichen HV am 29. April als neuer Wirtschaftsprüfer von VA Tech-Großaktionär Mirko Kovats durchgebracht worden.

Kapitalerhöhung soll noch im November kommen
VA Tech-Vorstandschef Klaus Sernetz hat unmittelbar nach der von der Hauptversammlung beschlossenen Erweiterung des Rahmenkapitals eine Kapitalerhöhung noch im heurigen Jahr, möglicherweise im November, angekündigt. Nach dem grünen Licht durch die Aktionäre könnte der Aufsichtsrat bereits am 29. September über den genauen Rahmen der Aufstockung entscheiden. Der Ausgabepreis solle "mindestens 45 Euro", wahrscheinlich aber mehr betragen, sagte Sernetz. "Wer weiß schon, wie zum fraglichen Zeitpunkt der Markt steht."

Sernetz, der betonte, dass dem VA Tech-Vorstand nach der Entscheidung der Aktionäre ein "Stein vom Herzen gefallen" ist, will nach Möglichkeit das nun genehmigte Kapital in einem einzigen Schritt voll ausschöpfen.

Angesichts der momentanen Nachfrage nach den Anteilspapieren habe die VA Tech kaum Zweifel, dass das Volumen (3,83 Millionen Aktien) untergebracht werden kann, sagte Sernetz. Dies zeige auch das neue Interesse der beiden Investmenthäuser Goldman Sachs und Fidelity (beide halten zusammen mehr als 10 Prozent an VA Tech). Über einen möglichen weiteren Großinvestor - JP Morgan - sei er noch nicht informiert.

Den möglichen Erlös aus der geplanten Kapitalerhöhung bezifferte Sernetz mit etwas weniger als 200 Mio. Euro. Um diese wie geplant noch heuer auf den Markt zu bringen, gebe es einen "nur sehr knappen Zeitrahmen". Schon nächste Woche könnte eine Investmentbank das Mandat für die Aufstockung erhalten.

Grüne begrüßen Beschluss
Der heutige Beschluss der VA Tech-Aktionäre, den Vorstand zu einer Kapitalerhöhung zu ermächtigen, sei dringend notwendig gewesen, meinte Grünen-Budgetsprecher Werner Kogler in einer Aussendung am Dienstag. "Wir werten das als positives Zeichen für die weitere Entwicklung des Unternehmens."

Der prinzipiell positive Beschluss könne freilich nicht über das "taktische Debakel" der Regierung hinweg täuschen, in welches diese die ÖIAG regelmäßig treibe, merkte Kogler kritisch an. Schon beim Verkauf des 9 Prozent-Anteils der Staatsholding an der VA Tech im August 2003 hätte klar gewesen sein müssen, dass die VA Tech eine Kapitalerhöhung brauchen werde.
(apa)

20.9.2004 14:27