Freitag, 24. September 2004

Kein Sieger im Spitzenspiel: Rapid holt ein gerechtes Unentschieden bei Meister GAK

  • Hütteldorfer 2 x in Führung, Bazina gleicht 2 x aus
  • Salzburg schlägt Mattersburg, Admira gewinnt in Tirol

GAK und Rapid trennten sich im Spitzenspiel der zehnten Runde der Bundesliga mit 2:2 (1:1). Andreas Ivanschitz (11. Minute) und Sebastian Martinez (55.) hatten zwei Mal für die Führung der Grün-Weißen gesorgt, aber Mario Bazina (23. und 58.) stellte vor 10.841 Zuschauern im Schwarzenegger-Stadion jeweils den Ausgleich wieder her.

In der Vorwoche hatte Rapid im Hanappi-Stadion in Unterzahl mit einem 2:1-Erfolg dem Titelverteidiger die dritte Liga-Niederlage in Folge zugefügt und der GAK war vor eigenem Publikum voll auf Revanche eingestellt. Allerdings gerieten die Hausherren wie schon in Hütteldorf früh in Rückstand: Nach Fehler von Tokic und Hofmann-Wechselpass ließ ÖFB-Teamkapitän Ivanschitz seinen Nationalteamkollegen Standfest schlecht aussehen und knallte den Ball aus 16 Metern vorbei an Schranz hoch ins kurze Eck (11.).

Ausgerechnet Österreichs Fußballer des Jahres war aber auch am 1:1 maßgeblich "beteiligt". Ivanschitz verlor den Ball an Muratovic, im anschließenden Konter bediente Kollmann seinen Angriffs-Partner Bazina, der flach ins lange Eck traf (23.). Danach vergaben Ivanschitz (36.) bzw. auf der Gegenseite Pogatetz (39.) und Aufhauser (40.) weitere Möglichkeiten.

Nach der Pause stand zunächst erneut Andi Ivanschitz im Mittelpunkt. Der Rapid-Jungstar brachte den Ball von der linken Seite zur Mitte und Martinez war mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze erfolgreich - 1:2 (55.). Die Führung des Rekordmeisters hielt jedoch wieder nicht lange: Nach einem Fehler von Adamski, der schon beim 1:1 unglücklich attackiert hatte, war Muratovic durch und legte ideal vor für Bazina, der aus kurzer Distanz wenig Mühe hatte auf 2:2 zu stellen (58.).

Erneut dubiose Schiedsrichterentscheidungen
Wie schon im "Hinspiel", als Bernhard Brugger Rapid-Verteidiger György Korsos zu Unrecht mit Gelb-Rot vom Platz gestellt hatte, griff auch diesmal das Schiedsrichter-Team entscheidend ins Geschehen ein. Diesmal rückte die passive/aktive Abseits-Auslegung in den Vordergrund: Ein Kopfball-Treffer vom Emanuel Pogatetz wurde von Referee Gerald Lehner nach Abseits-Anzeige seines Assistenten nicht anerkannt, jedoch bezog sich diese bei der Freistoß-Hereingabe nicht auf den Torschützen (67.).

Es blieb beim 2:2-Remis, ein insgesamt gerechtes Ergebnis in einem abwechslungsreichen Hit zwischen Meister und Rekord-Champion. Die erhoffte Revanche blieb der Truppe von Walter Schachner aber versagt.

Mattersburg kann auswärts nicht gewinnen
Der "Auswärtsfluch" des SV Mattersburg hat erneut seine Fortsetzung gefunden. Die Burgenländer mussten sich in Wals-Siezenheim SV Salzburg mit 0:2 geschlagen geben und kassierten damit die 17. Liga-Niederlage in Folge in der Fremde. Die Treffer für die Mozartstädter, die Revanche für die 3:5-Schlappe im Burgenland vor einer Woche nahmen, erzielten Kastner in der 57. und Maynor Suazo in der 91. Minute.

Die Hausherren übernahmen von Beginn an das Kommando und wurden bereits in der Anfangsphase zwei Mal durch Kastner (2./Kopfball von Böcskör pariert, 5./Fallrückzieher knapp daneben) gefährlich. Die Mattersburger beschränkten sich dagegen auf schnelle Konter und wären mit dieser Taktik fast in Führung gegangen, als Arzberger in der 17. Minute einen Hechtkopfball von Rene Wagner nach Pule-Flanke entschärfte. Sieben Minuten später zog ein Schuss des tschechischen SVM-Angreifers am langen Eck vorbei. Mit Fortdauer des Spiels verflachte die Partie zusehends, immerhin gab es noch Möglichkeiten für die Salzburger durch einen Tomic-Kopfball (22.) und einen Villar-Freistoß (40.).

Auch nach der Pause blieben die Salzburger am Drücker und gingen in der 57. Minute verdient in Führung: Der kurz zuvor eingewechselte Schoppitsch schlug von der linken Seite eine Maßflanke auf Kastner, der aus rund sechs Metern per Kopf ins lange Eck traf. Die Assion-Elf schien zu diesem Zeitpunkt einem ungefährdeten Sieg entgegenzusteuern, zumal sie auch nach dem 1:0 bei Schüssen von Villar (61.) und Friedl (66./Böcskör jeweils auf dem Posten) dem zweiten Tor näher war als die Mattersburger dem Ausgleich.

Zwei Ausschlüsse in der Schlussphase
In der 69. Minute hätte sich das Blatt fast gewendet, nachdem Richarlyson mit Gelb-Rot ausgeschlossen worden war. Wenig später jedoch beraubten sich die Burgenländer selbst ihrer numerischen Überlegenheit, denn Lang folgte dem Salzburger Raubein nach seinem zweiten Gelb-Foul schon zehn Minuten später unter die Dusche. Im Finish warfen die Mattersburger alles nach vorne, mehr als zwei Distanzschüsse von Kühbauer (74., 83.) schauten aber nicht heraus. Dafür sorgte Suazo mit einem satten Schuss aus 20 Metern in der 91. Minute für die endgültige Entscheidung.

Admira beendet tolle Heimserie von Tirol
Wenn das kein Trainereffekt ist! Ausgerechnet im ersten Match nach dem Trainerwechsel hat Admira mit einem 2:0-Auswärtssieg die tolle Heimserie des seit einem Jahr und 19 Meisterschaftsspielen am Innsbrucker Tivoli unbesiegten Aufsteigers Wacker Tirol beendet. Tomas Oravec (43. und 82.) erzielte beide Tore der Niederösterreicher, bei denen nach dem Rücktritt von Bernd Krauss erstmals Dominik Thalhammer hauptverantwortlich auf der Trainerbank war.

Schon das 0:1 kurz vor der Pause stellte die Partie völlig auf den Kopf. Obwohl bei den Hausherren mit Brzeczek, Hörtnagl und Zelic einige Routiniers fehlten, waren die Tiroler nämlich absolut Ton angebend und fanden auch tolle Chancen vor. Trotzdem wollte der Ball einfach nicht ins Admira-Tor. Einmal tat er es bei einem Weitschuss von Hölzl doch, aber der auf der Linie stehende Koejoe berührte das Leder noch und damit wurde zurecht auf Abseits entschieden.

Derart leichtfertig mit den Chancen umgehend wurden die Tiroler prompt bestraft. Nach einem leichtfertigen Ballverlust starteten die bis dahin ausschließlich auf Defensive bedachten Admiraner einen Konter, Bjelica flankte von rechts und der von vier Innsbruckern eingekreiste aber völlig unbehelligte Oravec köpfelte das 0:1. (43.)

Ähnlich die Tonart nach der Pause. Tirol drängte, hatte wieder gute Möglichkeiten durch Hölzl und Schreter, aber die Stürmer Mair und - vor allem - Koejoe hatten einen miserablen Tag. So kam, was kommen musste. Zunächst musste Unglücksrabe Hannes Eder, der eine glänzenden Libero gab obwohl zwei Tage zuvor sein Vater gestorben war, nach der zweiten Gelben unter die Dusche (65.). Und während die Tiroler auf den Ausgleich drängten, schlug die hoch effektive Admira wieder aus dem Konter zu. Zunächst verstolperte Pereica noch das 0:2, aber Sekunden später war Oravec nach einer Flanke von links erfolgreich.

Dass der bereits sechste Saisontreffer des Admiraners aus klarer Abseits-Position erzielt wurde, fiel ebenso nicht mehr ins Gewicht wie dass die Tiroler die letzten zehn Minuten mit nur acht Feldspielern auskommen mussten, nachdem Schrott unmittelbar nach dem 0:2 verletzt vom Platz musste und das Austauschkontingent bereits erfüllt war.

Bregenz-Pasching wegen starken Regens verschoben
Das für Samstag angesetzte Spiel SW Bregenz - FC Superfund Pasching ist auf Sonntag (15:30 Uhr) verschoben worden. Diese Entscheidung traf Schiedsrichter Stefan Meßner, nachdem er den auf Grund des starken Regens unbespielbaren Platz inspiziert hatte. (apa/red)

24.9.2004 12:30