Montag, 20. September 2004

Wien ist wieder Fußballhauptstadt: Rapid & Austria in Tabelle nach Siegen klar voran

  • Vastic schoss beide Treffer beim 2:0 vs. Sturm in Graz
  • Rapid nach 2:1 gegen GAK weiter Leader

Die Wiener Fußball-Klubs Rapid und Austria haben sich im "Städteduell" mit ihren Grazer Kontrahenten GAK und Sturm durchgesetzt. Die Hütteldofer (20 Punkte) siegten im Hanappi-Stadion in numerischer Unterlegenheit gegen die "Rotjacken" (15) 2:1 und verteidigten damit nach der neunten Bundesliga-Runde die Tabellenführung erfolgreich. Erster Verfolger bleibt Erzrivale Austria (18) durch den 2:0-Auswärtserfolg gegen die "Blackies", für die ausgerechnet ihr früherer Star Ivica Vastic als zweifacher Torschütze zum Sargnagel wurde.

Im Trubel um die Schiedsrichter-Leistung ging fast unter, dass ausgerechnet "Heimkehrer" Roman Kienast die Grün-Weißen mit seinem Tor zum 1:0 auf die Siegerstraße brachte. "Ein Super-Gefühl, gleich im ersten Spiel nach meiner Rückkehr zu treffen", freute sich der Stürmer, der auf Grund der angespannten Personalsituation bei Rapid (neben Markus Hiden, Garics, Ivanschitz und Feldhofer fehlten auch die beiden Angreifer Kincl und Lawaree) zurück nach Hütteldorf geholt wurde. Erlaubt ist das durch einen Sonderkooperationsvertrag mit dem Erstligisten Altach, für den Kienast in sechs Spielen vier Treffer erzielt hat.

Souveräne Rückkehr von Kienast
Im Sommer hatte sich der ÖFB-U21-Teamspieler noch gegen seine Abschiebung nach Vorarlberg gewehrt, im Nachhinein aber wusste er die Maßnahme der sportlichen Leitung Rapids zu schätzen. "Dadurch habe ich Spielpraxis bekommen und Selbstvertrauen getankt. Mit meiner Leistung bin ich aber noch nicht ganz zufrieden. Ich weiß, ich kann mehr", so der 20-Jährige nach seinem ersten Liga-Treffer (im Cup hatte er schon zwei Mal seine Visitenkarte abgegeben) für die Hütteldorfer.

In der Retourpartie am kommenden Wochenende dürften Ivanschitz, Feldhofer und vielleicht auch Garics wieder dabei sein, weil aber Lawaree und Kincl für dieses Match noch ausfallen, bleibt Kienast vorläufig in Wien-Hütteldorf. "Wie es danach weitergeht, weiß ich noch nicht, ich hoffe aber, dass ich so lange wie möglich bei Rapid bleibe", sagte Kienast, der erst am Samstag das erste Training mit dem Rekordmeister nach seiner Rückkehr absolviert hatte.

Vastic schießt Ex-Verein in Tabellenkeller
So wie im Hanappi-Stadion fühlte sich auch in der Schwarzenegger-Arena ein Heimkehrer pudelwohl. Die langjährige Sturm-Ikone Vastic schoss die Austria mit ihrem Doppelpack zum 2:0-Erfolg gegen die Grazer, die dadurch auf den vorletzten Tabellenplatz zurückfielen. "Für mich läuft es heuer besser als in der vorigen Saison. Ich spiele offensiver und kann deshalb meine Torgefährlichkeit besser ausspielen", war der Offensivspieler zufrieden und bedankte sich auch bei Goalie Didulica, der nun bereits seit 607 Minuten ungeschlagen ist.

Die Veilchen fuhren in den vergangenen sechs Pflichtspielen bei einem Torverhältnis von 18:0 sechs Siege ein, die Erfolgsserie fordert aber auch ihren körperlichen Tribut. "Meine Mannschaft war wirklich ausgelaugt und ich bin froh, dass das zweite Tor so früh gefallen ist", sagte Sportmanager Günter Kronsteiner. Bei Sturm krankte es wie schon während der ganzen Saison u.a. an der mangelnden Chancenauswertung. "Wenn man das Tor nicht trifft, ist eine Niederlage unvermeidlich", so der zerknirschte Trainer Michael Petrovic.
(apa)

20.9.2004 12:44