Montag, 20. September 2004

Nach Gelb-Roter für Korsos: Rapid-Coach Hickersberger im Clinch mit Schiri Brugger

  • Coach zeigte Referee mitgebrachte "Gelbe Karte"
  • Brugger verweigert Handschlag nach Spielende

Aufregung herrschte im Hanappi-Stadion nach dem ersten Rapid-Sieg gegen den Double-Gewinner, der gegen die die Grünweißen zuvor vier Pflichtspiel-Siege in Serie gefeiert hatte, wieder einmal wegen einiger umstrittener Schiedsrichter-Aktionen. Trainer Josef Hickersberger beschwerte sich (zu Recht) über die Gelb-Rote Karte für György Korsos und kritisierte, Schiedsrichter Bernhard Brugger sei bei harten Attacken des GAK nur halbherzig eingeschritten.

Als Protest gegen ein schweres Foul von Emanuel Pogatetz an Siegestorschützen Tomas Dosek zeigte der frühere Teamchef dem "schwarzen Mann" eine selbst mitgebrachte "Gelbe Karte" mit Fair-Play-Aufschrift, worauf ihm Brugger nach dem Spiel prompt den Handschlag verweigerte.

Im Konflikt mit den Schiedsrichtern sieht sich Hickersberger nach eigenen Angaben nicht, auch wenn es bereits vor einer Woche im Heimspiel gegen die Admira (damals wurde er von Referee Konrad Plautz auf die Tribüne geschickt) zu gröberen Unstimmigkeiten mit dem Spielleiter gekommen war. "Die Schiris beschweren sich eben über mich, weil im Hanappi-Stadion Stimmung ist und ich nicht zur Westtribüne gehe und die Fans beruhige", meinte der Rapid-Coach.

Hickersberger: "Schiedsrichter missachten Vorgaben"
Laut Hickersberger missachten die Schiedsrichter immer öfters die Bundesliga-Vorgabe, Spieler vor brutalen Fouls zu schützen. "Das wird so lange weitergehen, bis einer mit offenem Schienbeinbruch daliegt", ärgerte sich "Hicke", weiß aber auch: "Je mehr ich sage, desto schlimmer wird es uns treffen."

Johann Hantschk, Vorsitzender der Schiedsrichter-Kommission, war im Gegensatz zu Hickersberger mit der Leistung von Brugger zufrieden. "Über Gelb-Rot kann man diskutieren, aber sonst hat er das Spiel tadellos geleitet." Weniger gut gefallen hat ihm der verweigerte Händedruck nach Spielende. "Das hätte sich Brugger sparen können. Allein schon die Höflichkeit gebietet einen Handschlag", so Hantschk.

Hickersberger kam beim Schiri-Boss hingegen weniger gut weg. "Er heizt das Spiel mit seiner Theatralik und Gestik auf, wird immer mehr zum Showman, wahrscheinlich auch, weil er unter Druck steht", meinte Hantschk, der den Rapid-Betreuer nach eigenen Angaben schon öfters zur Besserung ermahnt hat. Der prinzipiellen Kritik von Hickersberger an den Unparteiischen wollte sich Hantschk nicht anschließen. "Natürlich passiert der eine oder andere Fehler, aber im Großen und Ganzen wurden die bisherigen Saison-Spiele gut geleitet."
(apa/red)

20.9.2004 12:33