"Olympia ist nichts dagegen": Ecclestone zeigt sich von Premiere in China angetan
- Grand Prix in Schanghai geriet zum Verlustgeschäft
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Schanghai hat nicht nur den ersten Formel-1-WM-Lauf in China sondern auch ein ungewöhnliches Schauprogramm, das an eine olympischen Eröffnungsfeier im Kleinformat erinnerte, erlebt. Es war der ungewöhnliche Auftakt eines Grand Prix an einem ungewöhnlichen Ort, 40 km außerhalb der 14-Millionen-Einwohner-Metropole. "Die Olympischen Spiele in Athen sind nichts gegen das hier", behauptete Formel-1-Chef Bernie Ecclestone nicht ohne Stolz.
Zwei Stunden vor dem Start des ersten GP in China überraschten die Gastgeber mit einem auch für die große PS-Show ungewöhnlichen Programm. Tausende von bunt gekleideten Tänzern, Popstar Guo Fucheng und Opernsänger Changyong Liao, Musikgruppen und Flaggenparaden verwandelten die Start- und Zielgerade des modernen Kurses in Schanghai am Sonntag in eine gigantische Showbühne.
Das Monumental-Bauwerk aus Stahl, Beton und Glas beeindruckte Besucher und Beteiligte gleichermaßen. Auch Weltmeister Michael Schumacher hatte die Anlage als "einzigartig" bezeichnet. BAR-Honda-Pilot Jenson Button wähnte sich beim Anblick der Strecke "in einer anderen Welt". IOC-Mitglied Thomas Bach war von der PS-Show generell angetan: "Ich bin sehr beeindruckt von der Organisation und der Präsentation. Da können wir noch was lernen."
Noch hat das 1,3-Milliarden-Einwohner-Land China aber natürlich keine Motorsport-Tradition. Und es wird noch lange dauern, bis zu einem eigenen Formel-1-Helden. Dennoch war das Interesse groß - fast 200.000 Zuschauer kamen. Ob sich der Sprung der Formel 1 in den wachsenden Wirtschaftsmarkt in China für die Gastgeber langfristig lohnt, ist offen. Dass die Veranstaltung ein Verlustgeschäft wird, war den Verantwortlichen in Schanghai indes schon vorher klar. Etwa 260 Millionen Euro verschlang der Kurs im Sumpfgebiet des Jiading-Distrikts, die Gesamtkosten für die Region beliefen sich auf 500 Millionen Euro.
Strecken-Chef Mao Xiaohan ist dennoch überzeugt: "Die Formel 1 wird großen Einfluss auf die wirtschaftliche, politische und kulturelle Entwicklung Schanghais haben." Offizielle Kommentare von ranghohen Politikern aus Peking gab es nicht. Da die Formel 1 in Schanghai ein Verlustgeschäft wird, will in Peking möglicherweise auch niemand damit zu tun haben. Schließlich sind in der Hauptstadt gerade mehrere Bauvorhaben für die Olympischen Spiele 2008 gestrichen worden, weil sie zu kostenintensiv und extravagant sind. (apa/red)
