Kurzbahn-Schwimm-EM in der Wiener Stadthalle soll alle Rekorde brechen
- OSV-Team mit "Pop-Star" Rogan als Publikumsmagnet
- Sechs bis sieben Medaillen und volle Halle erwartet
Die 8. Kurzbahn-Schwimm-Europameisterschaften von 9. bis 12. Dezember in der Wiener Stadthalle sollen in die österreichische Sportgeschichte eingehen: Das OSV-Team mit dem zweifachen Olympia-Silbermedaillengewinner Markus Rogan an der Spitze hofft, in einer an allen vier Wettkampftagen mit 3.600 Zuschauern ausverkauften Halle "sechs bis sieben Medaillen" zu holen, wie Paul Schauer, Präsident des Österreichischen Schwimmverbandes (OSV) betonte.
Zum Vergleich: Im Vorjahr bei der Kurzbahn-EM in Dublin, wo sich laut Rogan gerade einmal 500 Zuschauer zu den Endläufen verirrt hatten, holten Österreichs Schwimmer ein Mal Gold (Mirna Jukic/200 m Brust) und drei Mal Bronze (Jukic/100 m Brust, Rogan/200 m Rücken, Fabienne Nadarajah/50 m Delfin). Am erfolgreichsten schnitt die OSV-Mannschaft 2001 in Antwerpen mit ein Mal Gold, zwei Mal Silber und ein Mal Bronze ab.
"Die EM wird sicher super", prophezeit Rogan, der weiß, dass er beim 1,6 Millionen Euro teuren Heim-Spektakel unter Druck steht. "Denn ich muss bestätigen, was ich in Athen angezapft hab'. Ich erwarte ein ausverkauftes Haus, damit wir Athleten von dem Schwimm-Boom, von dem immer geredet wird, etwas zu spüren bekommen. Und wenn es optimal läuft, dann hoffe ich, dass Österreich am Ende in der Nationenwertung den Sprung aufs Stockerl schafft. Denn mit der Mirna, mir, Fabienne, Max (Podoprigora, Anm.) und Petra (Zahrl, Anm.) haben wir gleich fünf Medaillenanwärter im Team."
Etwas Kopfzerbrechen bereitet Rogan jedoch sein Einsatzplan, um die von Schauer prognostizierten "drei bis vier Medaillen" zu holen. Denn derzeit liegen im vom Europäischen Schwimm-Verband (LEN) provisorischen erstellten Zeitplan nur zwölf Minuten zwischen den Vorläufen über 200 m Lagen und 200 m Rücken. "Aber ich nehme auch diese Herausforderung an, wenn es nicht anders geht", betonte der Wiener. Schauer und das Veranstaltungskomitee werden auf jeden Fall probieren, noch diesbezüglich eine Änderung herbeizuführen.
Stadthalle wird zum Hexenkessel
An Unterstützung wird es der heimischen Mannschaft, die zwölf bis 15 Aktive umfassen wird, nicht fehlen. Da am Vormittag der Eintritt zu den Vorläufen frei ist und auch Schulaktionen geplant sind, wird es wohl schon bei der Eröffnung ein volles Haus geben. Und bei den Finalsessions (ab 16:30 Uhr) soll eine ausverkaufte Stadthalle dann endgültig zum Hexenkessel mutieren! "Die Stimmung in der Halle muss kochen", betont Schauer und setzt dabei vor allem auf Zugpferd Rogan, der "nach der Rückkehr aus Athen beim Olympia-Empfang vor dem Rathaus wie ein Pop-Star gefeiert wurde".
Doch der OSV-Präsident will nicht mit "Bacardi-Feeling" und "Gekreische" wie beim Beachvolleyball-Grand-Slam-Turnier in Klagenfurt die Massen anlocken. "Wir wollen, dass viele junge Menschen die EM in der Halle miterleben und dadurch zum Schwimmsport kommen. Die sportliche Spitze soll die Breite anlocken, und diese Breite soll wiederum helfen, die Spitze zu verbreitern", erklärt Schauer, der bei der EM mit verschiedenen Aktionen Kinder und Jugendliche für den Schwimmsport begeistern will.
Teures Bassin soll zum Gold-Becken werden
Bereits ab 26. November wird der Hallenkomplex auf dem Vogelweidplatz langsam zum "Schwimmbad" mutieren, wenn in der Hauptveranstaltungshalle D mit dem rund zehn Tage dauernden Aufbau des mobilen Beckens (25 x 20,5 x 2,0 m) aus Skandinavien, in dem fast 500 Aktive aus 35 Nationen um die Medaillen schwimmen werden, begonnen wird. Die Mietkosten für das "Bassin" betragen rund 220.000 Euro!
Das aus fünf Meter großen Einzelpaneelen miteinander verschraubte Becken wird mit 1.025 Kubikmetern Wasser gefüllt. Um den Wasserdruck aufzunehmen, wird ein Betonkranz auf dem Boden der Stadthalle aufgelegt. Den Boden des Beckens bildet eine 1,5 Millimeter dünne Folie, die direkt an die Beckenwände geschweißt wird. Gefüllt wird das Becken mit vorgeheiztem Wasser aus dem Stadthallenbad, das von der Wiener Feuerwehr mittels Rohrleitungen umgepumpt wird. (apa/red)
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