Montag, 20. September 2004

Daviscup gegen Großbritannien: Volles Haus gegen Henman und Co. erwartet

  • Großes Interesse für Weltgruppen-Play-Off in Pörtschach
  • Thomas Muster erstmals als Captain im Einsatz

Das Interesse für den Daviscup-Länderkampf Österreich - Großbritannien im Weltgruppen-Play-Off von Freitag bis Sonntag in Pörtschach ist größer als in den vergangenen Jahren. Kein Wunder: Einerseits sorgt die Rückkehr von Thomas Muster auf die Daviscup-Bank in neuer Rolle als non-playing-captain schon seit längerem für Schlagzeilen, andererseits kommt mit Tim Henman immerhin die Nummer vier der Welt an den Wörthersee. Die 3.500 Plätze in der Werzer-Arena könnten an allen Tagen besetzt sein, hofft auch ÖTV-Generalsekretär Martin Reiter.

"Wir werden voraussichtlich ausverkauft sein", freute sich Reiter. Für Freitag und Sonntag sind nur noch etwa 600 Karten zu haben, für Samstag noch 500. Der VIP-Bereich ist bereits ausverkauft. Wenn das Wetter wie in den vergangenen Jahren mitspielt, dann dürfte die Veranstaltung zumindest aus finanzieller Sicht ein Erfolg werden.

BBC überträgt live
Auch aus Mediensicht hat der Kampf um die Zugehörigkeit in die Daviscup-Weltgruppe 2005 viele Anfragen hervorgerufen. "Innerösterreichisch konzentriert sich alles auf Thomas Muster, aber aus internationaler Sicht geht es hier um die Veranstaltung selbst und um Tim Henman, der ja auf eine hervorragende Saison zurückblickt", meinte Reiter. Allein aus England haben sich 30 Journalisten angekündigt, die BBC überträgt die Begegnung live in 25 Millionen Haushalte.

Das österreichische Team, das am Sonntag das erste Training absolvierte, ist am Samstag in Pörtschach eingelangt. Welche Unterschiede im Vergleich zum Kapitäns-Vorgänger Günter Bresnik schon im Vorfeld zu bemerken waren? "Thomas versucht noch mehr im Sinne des Teams zu arbeiten. Er führt die Mannschaft noch mehr als sein Vorgänger. Er kann aus eigener Erfahrung natürlich sehr viel einbringen und hat eine andere Art der Glaubwürdigkeit", hat der scheidende Generalsekretär beobachtet. Auch in den ersten Trainingseinheiten ging es etwas mehr zur Sache als bisher.

Pörtschacher Tennistradition
Aus Sicht Reiters hat Muster einen idealen Zeitpunkt für sich und für den österreichischen Tennisverband gewählt. "Der Trend zurück zum Tennis ist durch seine Person verstärkt worden", so der Vorarlberger. Das Zuschauerinteresse führt er aber auch auf die Erfahrungen des ÖTV mit dem Austragungsort Pörtschach zurück. "Wir haben diesen Schauplatz über Jahre hinweg gepflegt und können auf Grund unserer Adresskartei auch gegen schwächere Gegner locker 1.000 Karten absetzen."

Am Montagnachmittag gab es für Jürgen Melzer, Stefan Koubek, Julian Knowle und Alexander Peya gemeinsam mit ihrem neuen Kapitän übrigens eine kleine "Spritztour": Das Team machte auf dem Wörthersee auf einem Speed-Boat einen kleinen Ausflug.
(apa)

20.9.2004 10:41