Nächste Schlappe für Chirac-Partei: Bei Senatswahlen absolute Mehrheit verloren
- UMP büßt sieben Mandate ein, Sozialisten legen zu
Bei den Senatswahlen in Frankreich hat die UMP-Partei von Präsident Jacques Chirac am Sonntag eine neue Schlappe erlitten. Die UMP büßte die absolute Mehrheit in der zweiten Kammer des französischen Parlaments ein und verlor nach offiziellen Angaben sieben Mandate. Die oppositionellen Sozialisten um Parteichef François Hollande verzeichneten demnach hingegen einen Zugewinn von zehn Mandaten.
Insgesamt jedoch bleibt die Mehrheit im französischen Senat in der Hand der Rechtsparteien; die UMP muss sich die Macht im Pariser Oberhaus künftig aber mit einer der anderen Rechtsparteien teilen, die von der zentrumsliberalen UDF angeführt werden.
Für Chiracs UMP war es die dritte Wahlschlappe in Folge nach den Niederlagen bei den Regional- und Europawahlen im März und Juni. Unter den zahlreichen prominenten Politikern, die für einen Sitz im Senat kandidierten, war auch der inzwischen unpopuläre Premierminister Jean-Pierre Raffarin. Der 56-jährige Regierungschef sicherte sich im Departement Vienne ein Mandat, das er antreten könnte, sollte er als Premier abgelöst werden.
Um die insgesamt 128 der 331 Senats-Mandate bewarben sich mehr als 1200 Kandidaten. Der Senat wird nicht direkt gewählt, sondern durch rund 50.000 Wahlleute bestimmt, die überwiegend als Kommunalpolitiker tätig sind. Die Senatoren wurden bisher für neun Jahre gewählt; bis 2010 soll die Mandatsdauer schrittweise auf sechs Jahre gekappt werden. Die Zahl der Oberhausabgeordneten soll auf 346 ansteigen.
(apa/red)
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