Samstag, 25. September 2004

"Blair bin ich egal": Neues Video der britischen Geisel im Irak aufgetaucht

  • Bigley versichert: "Entführer wollen mich nicht töten"
  • PLUS: Alle Infos zu den freigelassenen Italienerinnen!

Der arabische Nachrichtensender Al Jazeera hat ein neues Video ausgestrahlt, in dem der im Irak verschleppte Brite Kenneth Bigley dem britischen Premierminister Tony Blair Untätigkeit vorwirft. "Ich bin ihm (Blair) egal", sagte Bigley, der vor einer unverputzten Mauer in einer Art Käfig kauerte. Blair habe nicht versucht, mit den Entführern zu verhandeln, fügte er hinzu. In dem Video, von dem der Sender nur Ausschnitte zeigte, sagte Bigley nach Angaben von Al Jazeera außerdem, die Geiselnehmer wollten ihn nicht töten.

Bigley wird wahrscheinlich von der Terrorgruppe al Tawhid wa al Jihad des Jordaniers Abu Musab al Zarqawi festgehalten. Zwei amerikanische Geiseln, die mit ihm zusammen entführt worden waren, hat die Gruppe enthauptet. Die Entführer hatten die Freilassung aller Irakerinnen aus zwei Gefängnissen im Irak verlangt.

Der im Irak entführte Brite bittet Blair, für seine Freilassung zu arbeiten. Der Sender zitierte Bigley, dessen Stimme nicht zu hören war, mit den Worten, seine Entführer wollten ihn nicht töten. "Kenneth Bigley bezichtigte Tony Blair der Lüge und sagte, Blair führe keine Verhandlungen zu seiner Freilassung."

"Er drängte den Premierminister, darauf hin zu arbeiten, die weiblichen irakischen Gefangenen freizulassen, um sein Leben zu retten", zitierte Al Jazeera Bigley. Hinter ihm war ein schwarzer Banner der Terrorgruppe al Tawhid wa al Jihad des Jordaniers Abu Musab al Zarqawi zu sehen.

Bigley ist in dem Video hinter Gittern, offenbar in einer Art Gefängniszelle. Er kniet auf dem Boden und trägt einen orangefarbenen Overall, wie ihn Häftlinge im US-Militärgefängnis Guantanamo Bay auf Kuba tragen. Um seinen Hals war eine Metallkette gelegt. Seine Hände und Füße waren gefesselt. Er wirkte ausgezehrt und verstört.

Ehefrau fleht Entführer um Gnade an
Die thailändische Ehefrau des im Irak verschleppten Briten Kenneth Bigley hat die Entführer um Gnade gebeten. Als sie ihren Mann in dem am Mittwoch von dem arabische Fernsehsender Al Jazeera ausgestrahlten Video gesehen habe, habe sie "geweint", sagte Sombat Bigley. Sie sei "sehr glücklich gewesen, ihn zu sehen" und hoffe weiter auf seine Freilassung. Obwohl ihr Mann eingesperrt gewesen sei, sei er augenscheinlich in besserer körperlicher Verfassung als sie erwartet habe, sagte die 35-jährige Frau des 62-jährigen Ingenieurs. "Bitte fühlen Sie mit unserer Familie", appellierte Sombat Bigley an die Kidnapper.
(apa/red)

25.9.2004 12:13